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Therapie der Stress/Harninkontinenz

Erst nach einer sorgfältigen Diagnostik sollte mit einer zielgerichteten Therapie begonnen werden.

Bei der Stressinkontinenz werden dabei 3 wesentliche Therapiealternativen eingeleitet.

  • Physikalische Therapie
  • Medikamentöse Therapie
  • Operativer Eingriff

Welche Therapiebausteine im Behandlungskonzept Anwendung finden, ergibt sich aus dem jeweiligen Krankheitsbild und der individuellen Patienten/innencompliance.

Physikalische Therapie

Ziel der physikalischen Therapie bei stressinkontinenten Frauen ist es mittels einer muskulären Rehabilitation gezielt die Beckenbodenmuskulatur zu trainieren und somit zu stärken. Der physiotherapeutische Nutzen dieser Methoden wird durch zahlreiche Studien belegt. So verbessert sich die Stressinkontinenz in über zwei Drittel der Fälle.

Therapie der Stressinkontinenz

  

Das Beckenbodentraining ist der zentrale Ansatz der konservativen Therapie. Sie wird in der Regel dreistufig aufgebaut und erzielt die effektivsten Ergebnisse nach einer guten Instruktion durch eine/n Physiotherapeut/in.

  • 1.Stufe: Wahrnehmung des Beckenbodens
  • 2.Stufe: Aufbau einer guten Beckenbodenaktivität
  • 3.Stufe: Kräftigung des Beckenbodens

Weitere Mittel der Physiotherapie sind der Einsatz von:

  • Trainingshilfen (Kugeln und Konen oder die Ballonmethode)
  • Elektrostimulation
  • Biofeedbackmaßnahmen.

Medikamentöse Therapie

Ein Östrogenmangel kann bei Frauen in den Wechseljahren eine Stressinkontinenz begünstigen. Durch Östrogensubstitution mittels Scheidencremes und Scheidenzäpfchen wird dieser Mangel ausgeglichen. Dies führt zu gesteigertem Wachstum und stärkerer Durchblutung der Schleimhaut und somit zu einem besseren Verschluss der Harnröhre.

In den meisten Fällen führen die konservativen Therapiemethoden zum erwünschten Erfolg. Nur bei schweren Formen der Stressinkontinenz müssen operative Maßnahmen eingeleitet werden.

Operative Maßnahmen

Kolposuspension nach Burch

Bei dieser konventionellen Operationsmethode wird der Blasenhals angehoben, dadurch rückt die Harnröhre wieder in die normale Position. Der Eingriff kann sowohl mittels Bauchschnitt über dem Schambein als auch endoskopisch erfolgen.

Schlingenverfahren

Bei neueren Operationstechniken wird während örtlicher Betäubung minimalinvasiv ein spannungsfreies Kunstoffbändchen (z.B. TVT) zwischen der vorderen Scheidenwand und der Harnröhre eingezogen. Ziel ist die Erhöhung des passiven Verschlussdrucks unter Belastung.