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Essstörungen im Sport - Welche Risikosportarten gibt es?

Essstörungen treten gehäuft in den Sportarten auf, bei denen das Körpergewicht und/oder die Körperproportion einen leistungsbestimmenden Faktor darstellen.

Die so genannten Risikosportarten bedingen nicht zwangsläufig, dass bei deren Ausübung der/die Athlet/in eine Essstörung entwickelt. Durch die starke Beschäftigung mit dem Körpergewicht, Diäten oder allgemein mit dem Thema Essen tragen diese Sportarten jedoch ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Essstörung.

Die Risikosportarten lassen sich in vier Gruppen unterteilen:

1. Sportarten mit hohen ästhetischen Anteilen

Diese Gruppe kann nochmals in drei Bereiche unterteilt werden:

  • Sportarten, bei denen Leistung z. T. subjektiv beurteilt wird

Beispiele: Eiskunstlaufen, Tanzen, Rhythmische Sportgymnastik, Turnen.

  • Sportarten, bei denen ein kindlicher Habitus aus biomechanischer Sicht Vorteile bringt

Beispiele: Kunstturnen, Rhythmische Sportgymnastik.

  • Sportarten, bei denen körperbetonte Kleidung getragen wird, die die Körperproportionen betont

Beispiele: Kunstturnen, Wasserspringen

2. Ausdauersportarten, bei denen das Körpergewicht getragen werden muss:

Beispiele: Triathlon, Langstreckenlauf

Die relative, gewichtsbezogene maximale Sauerstoffaufnahme bestimmt hier das Leistungsvermögen. Ferner gibt es ein Optimum im Last/Kraft-Verhältnis. Je höher der Körperfettanteil, umso geringer ist die relative Ausdauer und damit die sportspezifische Leistung. Der Muskelanteil (= Kraft) darf aber auch nicht zu niedrig sein, da dann die Leistung wieder abnimmt.

3. Gewichtsklassensportarten:

Beispiele: Ringen, Judo, Rudern

Um eine gewisses Gewichtslimit zu erreichen oder um sich durch die Wahl einer niedrigeren Gewichtsklasse einen Vorteil zu erschaffen, wird in diesen Sportarten das "Gewichtemachen" praktiziert.

4. Weitere Sportarten, in denen das Gewicht die Leistung beeinflusst:

Beispiele: Skisprung, Klettern

Auch hier wird bei einem niedrigeren Gewicht eine bessere Leistung erwartet.


Zu einem erhöhten Risiko, eine Essstörung zu entwickeln, kommt es in den Sportarten, in denen das Körpergewicht aus physiologischen, ästhetischen und biomechanischen Gründen oder aus Gründen der Zugehörigkeit zu einer Gewichtsklasse ein leistungsbestimmender Faktor ist.