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Aspekte der körperlichen Leistungsfähigkeit der Frau

Die enorme Verbesserung der weiblichen Leistungsfähigkeit in der zeitlichen Entwicklung gerade im zweiten Teil des letzten Jahrhunderts und die dadurch verringerte Leistungsdifferenz zwischen den Geschlechtern zeigt den Einfluss von Faktoren, die außerhalb geschlechtsspezifischer rein körperlicher Gegebenheiten liegen.


Ein Großteil der Leistungsdifferenzen zwischen Mann und Frau sind nicht nur auf rein anatomische und physiologische Unterschiede, sondern auch auf traditionsbedingte Einflüsse zurückzuführen.


Quelle: Techniker Krankenkasse (3)

Um dem lange Zeit vorherrschenden Frauenbild zu entsprechen und die Geschlechterrolle nicht in Frage zu stellen, wurde das so genannte "schwache Geschlecht" noch bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts von zahlreichen Sportarten oder Wettkämpfen ausgeschlossen. Bei Studien über Frauen im Leistungssport stand vor allem die Frage im Mittelpunkt, ob Sport schädliche Effekte auf die Gesundheit der Frau mit sich bringt. Im Zuge der zunehmenden Emanzipation wurde es Frauen im Laufe der Jahrzehnte ermöglicht, sich sportlich zu betätigen, später sogar Leistungssport in immer mehr Disziplinen zu betreiben.

Inzwischen kann eine Athletin annähernd unter den gleichen Voraussetzungen ihre Sportart ausüben wie ihre männlichen Kollegen. Fast alle Disziplinen, auch bei den olympischen Spielen, können und werden von Frauen betrieben.

Leistungssportlerinnen oder Athletinnen in klassischen Männersportarten wie Boxen, Ringen oder Fußball sind aber auch weiterhin eine Minderheit. Die Mehrheit der Breitensportlerinnen übt weiterhin so genannte "weiche" Sportarten aus.

Durch das steigende Engagement von Frauen im Spitzensport wurde zunehmend auch das Interesse der Sportwissenschaft geweckt. Besonders die Frage nach den Ursachen und Bedingungen von Leistungen und Leistungssteigerungen gewann immer mehr an Bedeutung.

Um eine bessere Kenntnis über die Ursachen der Leistungsunterschiede zwischen Mann und Frau zu erwerben, sollen in diesem Kapitel die relevanten konstitutionellen, anatomischen und physiologischen Faktoren beleuchtet werden.