Zyklusstörungen - Typusanomalien und Dysmenorrhö

Typusanomalien

Hypermenorrhö

Zu starke Monatsblutungen (> 80 ml Gesamtblutmenge) werden Hypermenorrhö genannt. Der Blutungsausfluss ist häufig mit größeren Blutkoagula verbunden.

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Sie wird meist durch Erkrankungen der Genitalorgane verursacht. Hierzu zählen Myome, Polypen oder chronische Entzündungen. Ursachen können aber auch andere Erkrankungen wie Herz-, Nieren- und Gefäßerkrankungen sein. Daher sollte eine umfassende Abklärung erfolgen. Eine Hypermenorrhö kann zu einer Anämie führen und die allgemeine Befindlichkeit negativ beeinflussen.

Hypomenorrhoe

Eine zu schwache Monatsblutung wird Hypomenorrhö oder Schmierblutung genannt. Mädchen kurz nach der Menarche und übergewichtige Frauen sind häufig betroffen.

Sie kann durch Fehlfunktionen der Eierstöcke verursacht werden, tritt häufig nach Ausschabungen auf und wenn die Gebärmutterschleimhaut nicht vollständig abgestoßen wird.

Hormonelle und psychogene Ereignisse können ebenso zu einer Hypomenorrhö führen.

Geht sie mit einer Fehlfunktion der Ovarien einher, kann sie auch äußeres Zeichen einer Sterilität sein.

Menorrhagien

Eine zu starke und gleichzeitig zu lange anhaltende Monatsblutung (mehr als 6 Tage) wird Menorrhagie genannt. Sie beruht auf den gleichen Ursachen wie die Hypermenorrhö und tritt mit denselben Symptomen und Beschwerden auf.

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Dysmenorrhoe

Die schmerzhafte, mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl verbundene menstruelle Blutung wird als Dysmenorrhö bezeichnet.

Viele Frauen leiden in unterschiedlich starkem Umfang an schmerzhaften Blutungen. Eine Therapiebedürftigkeit besteht bei etwa jeder fünften Frau.

Krankhafte Veränderungen der Genitalorgane können die Ursachen für schmerzhafte Blutungen sein. Treten sie bereits bei der 1. Monatsblutung in der Pubertät auf, spricht man von primärer Dysmenorrhö.

Lageanomalien oder Missbildungen der Gebärmutter, eine gestörte Hormonbalance oder psychische Faktoren liegen dieser Erkrankung zu Grunde.

Treten therapiebedürftige menstruelle Schmerzen später auf, wird von einer sekundären Dysmenorrhö gesprochen. Diese kann durch Schleimhautpolypen oder -entzündungen und andere entzündliche Erkrankungen der Genitalorgane verursacht werden.

Neben dem allgemeinen Krankheitsgefühl können bei der Dysmenorrhö Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme und Herzklopfen auftreten. Ebenso sind Schmerzen und Spannungsgefühle in der Brust häufig.

Die Blutung verläuft mit krampfartigen Unterbauchschmerzen und den oben beschriebenen Symptomen, die sich kolikartig steigern.

Die Beschwerden beginnen meist 1-2 Tage vor der Menstruation und sind am 1. und 2. Tag der Blutungen gewöhnlich am stärksten.

Die körperlichen Symptome werden häufig durch psychische Symptome ergänzt, Reizzustände und Depressionen sind nicht selten.

Therapeutisch kann moderater Sport in dieser Phase eine Besserung der Beschwerdesymptomatik bewirken.