Einfluss von Sport auf die Größe der weiblichen Brust

Im Kapitel "Die Entwicklung der weiblichen Brust" wird dargestellt, dass der Form und Größe der weiblichen Brust überwiegend genetische und ethnische Faktoren zu Grunde liegen. Demnach ist auch der Einfluss, den sportliches Training auf die Brust hat, nur gering.

Einfluss von Muskeltraining

Bedingt durch den Aufbau der hauptsächlich aus Fett-, Drüsen- und Bindegewebe bestehenden Brust lässt sie sich durch Muskeltraining in ihrer Erscheinungsform nicht verändern. Der einzige Muskel der Brust ist sehr klein und befindet sich im Bereich von Areola und Mamille . Die beiden Brustmuskeln M. pectoralis major und M. pectoralis minor befinden sich unter dem Brustgewebe und können somit auch keinen Einfluss auf Größe und Form der Brust haben.


Durch muskuläres Training kann kein Einfluss auf Größe und Form des eigentlichen Brustgewebes genommen werden.


Es kann jedoch die Illusion einer volleren Brust entstehen, die sich durch die Stärkung des Brustkorbes und der daraus resultierenden besseren Haltung sowie eine Vergrößerung des M. pectoralis major ergeben.

Das Volumen der Brust bleibt jedoch gleich. Ebenso ist es aus den gleichen Gründen nicht möglich, dass sich das Volumen der Brust durch Muskeltraining verkleinert.

Einfluss der Kalorienbilanz

Bei langen oder intensiven sportlichen Belastungen werden teilweise erhebliche Kalorienmengen verbraucht. Werden diese mit einer angepassten Ernährung nicht entsprechend wieder aufgenommen, kommt es zum Abbau von Fettgewebe. Hiervon ist auch das Fettgewebe der Brust betroffen. Es kommt also zu einer Verkleinerung der Brust. Umgekehrt führt eine positive Energiebilanz bei Bewegungsmangel und/oder unangepasster Ernährung zu einer Zunahme des Körperfettgehaltes in der Brust. Dies führt zu einer Vergrößerung des Brustvolumens.´

Endokrine Wirkung von Sport auf die Brust

Die Reifeentwicklung der Brust unterliegt einer endokrinen Steuerung. Daher hat der Verlauf der endokrinen Entwicklung unmittelbaren Einfluss auf die Brustentwicklung.

Kommt es beispielsweise durch umfangreiches Training und entsprechendes nicht angepasstes Ernährungsverhalten oder aufgrund einer genetischen Disposition zu einem späteren Einsetzen der Pubertät, hat dies auch Einfluss auf die Brustentwicklung, die später einsetzt oder nicht in allen Stadien abläuft.

Insbesondere ist dies bei ästhetischen Sportarten wie Kunstturnen und Ballett zu beobachten. Der hier häufig zu beobachtende niedrige Östrogenspiegel führt zu weniger entwickelten Brüsten bzw. zu einer später einsetzenden Brustreifung. Näheres hierzu ist dem Kapitel "Triade der sporttreibenden Frau" zu entnehmen.