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Hormonelle Steuerung der Brust

Der bereits beschriebenen äußeren Entwicklung der weiblichen Brust liegt eine hormonelle Entwicklung und Steuerung zu Grunde. Diese unterliegt überwiegend genetischen Faktoren, ist jedoch u.a. auch von nutritiven Faktoren abhängig.

Während der Ruheperiode vor dem Einsetzen der Pubertät wächst die Brust beim Mädchen analog zum allgemeinen Größenwachstum, es findet keine Differenzierung statt.

Bedingt durch den pubertären Anstieg der hypothalamischen und hypophysären Steuerungshormone kommt es zur Reifung der Ovarien und Ausschüttung des Hormons Prolaktin, welches unmittelbar für die Entwicklung der Brustdrüse verantwortlich ist. Es wird in der Hypophyse gebildet und ist aus sportmedizinischer Sicht bedeutsam, da es unter körperlicher Belastung vermehrt ausgeschüttet wird. Aufgrund seiner hemmenden Wirkung auf die GnRH-Ausschüttung wird eine belastungsbedingt erhöhte Prolaktin-Sekretion als ein möglicher Faktor in Verbindung mit dem Auftreten von Zyklusstörungen bei Sportlerinnen diskutiert.
Durch das Einsetzen der Ovarienfunktion werden zyklisch die Hormone Östrogen und Progesteron gebildet, die das Wachstum der Brust beeinflussen.

Unter Progesteroneinfluss kommt es gegen Ende der Pubertät zur weiteren Vermehrung der Milchgänge und der Drüsenläppchen. Diese Entwicklung nimmt in der Regel während der ersten Schwangerschaft nochmals zu und wird dann abgeschlossen.

Mit Beginn der Menopause und dem damit verbunden Absinken der Östrogene bilden sich die Drüsenläppchen und Milchgänge wieder zurück, was zur Verkleinerung und Erschlaffung der Brust führt.