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Die Entwicklung der weiblichen Brust

Das erste sichtbare Zeichen der Pubertätsentwicklung beim Mädchen ist meist eine Vergrößerung der Brust. Diese beginnt durchschnittlich im Alter von 11,2 Jahren.

Die Phase von der Geburt bis zur Thelarche, dem Einsetzen der Brustentwicklung, wird als Ruheperiode bezeichnet. Während dieser Zeit besteht die Brust aus den epithelial ausgekleideten Milchgängen und dem umgebenden Bindegewebe.

Unter dem Einfluss des steigenden Östrogenspiegels kommt es zum Wachstum des duktalen Gewebes der Brust, womit die Entwicklung einsetzt.

Das Einsetzen der Brustentwicklung geht der Menarche ca. 2 Jahre voraus.


Die finale Größe und Form der Brust wird durch genetische und nutritive Faktoren determiniert.


Zur Einordnung der einzelnen Entwicklungsschritte in der Brustentwicklung ist die Kenntnis der Tanner-Stadien (17) hilfreich.

Tannerstadien:

  • B1-Infantiles-Stadium
  • B2-Knospen-Stadium
  • B3-Drüsenwachstum
  • B4-Knospenbrust
  • B5-Reifestadium

Nicht alle Mädchen durchlaufen das Stadium B4. Bei etwa 10% der Mädchen gibt es einen direkten Übergang von B3 zu B5, bei weiteren 25% wird dieses Stadium nur angedeutet. Bei den verbleibenden zwei Drittel der Mädchen wird es markant durchlaufen.

Es kann sein, dass das Stadium B4 bis zur ersten Schwangerschaft oder darüber hinaus trotz Abschluss der Pubertätsentwicklung erhalten bleibt.

Die Entwicklung der Brust bei Leistungssportlerinnen

Die Entwicklung der Brust stellt für junge Leistungssportlerinnen vor allem in den ästhetischen Disziplinen einen gravierenden Einschnitt dar.

In einigen Sportarten ist ein kindliches Körperbild ein Faktor für den sportlichen Erfolg. Weibliche Rundungen im Bereich des Beckens und der Brust sind in einigen Sportarten nicht erwünscht. Daraus ergibt sich, dass sich die Sportlerinnen gegen die Entwicklung ihres Körpers wehren und seine Veränderungen ablehnen.

Da die Knospung der Brust eines der ersten Zeichen für die Entwicklung zur Frau darstellt, beginnt zu dieser Zeit bei vielen Leistungssportlerinnen die intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper.

Aus dem Zwiespalt zwischen der biologischen Entwicklung auf der einen und der Ablehnungen der körperlichten Veränderungen auf der anderen Seite kann ein Teufelskreis entstehen, der als ein entscheidender Faktor für die Entstehung der Triade der sporttreibenden Frau angesehen wird.

Die Ablehnung des weiblichen Körperbildes bleibt über die Frühpubertät hinweg erhalten. Über das Essverhalten wird versucht, den Körperfettanteil und damit die Brustgröße klein zu halten. Als gravierende Folge daraus kann sich eine Anorexia athletica entwickeln.