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Die weibliche Brust - Einführung

Die weibliche Brust zählt zu den sekundären Geschlechtsmerkmalen und ist eine Drüse.

  

Lage der weiblichen Brust

Die Mamma besteht aus der kuppelförmig gestalteten Brustdrüse. Bei der geschlechtsreifen Frau befindet sich die Brust auf dem Musculus pectoralis major. Er hat seinen Ursprung an der Clavicula, dem Sternum und der 6. Rippe und setzt am Humerus an. Er bildet somit die Unterlage für die sich horizontal von der 2./3. bis zur 6./7. Rippe und vertikal vom Sternum zur Axilliarlinie erstreckenden Brust.

Die Brust besteht aus fett- und bindegewebigen Polstern, in denen 10-25 Drüsenschläuche liegen, die mit den Milchgängen an der Mamilla enden.

Form und Größe der weiblichen Brust

Größe und Form der Brust werden von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst. Besonders genetische und ethnische Dispositionen, aber auch die Ernährungslage und das Alter spielen hierbei eine bedeutende Rolle.

Das Bindegewebe verleiht der Brust ein elastisches Gerüst, welches der Brust ihre Form und Festigkeit gibt. Es dient zudem dem Drüsenapparat als Stützskelett. Die Zwischenräume werden von Fettgewebe ausgefüllt.

Je größer der bindegewebige Anteil der Brust ist, um so straffer und besser ist sie am Thorax fixiert.

Wie beim Muskelgewebe fördert Bewegung die Ausbildung von Bindegewebsfasern. Mangelnde Bewegung oder unverhältnismäßige Ruhigstellung, beispielsweise durch zu eng sitzende Büstenhalter, können zu einer Rückbildung der elastischen Fasern und Erschlaffung der Brust führen.

Bei Heranwachsenden ist der Anteil des Bindegewebes am größten und bewirkt die straffe Brust der Jugendlichen. Im Reproduktionsalter, besonders in der 3. Lebensdekade, nimmt der Anteil des Drüsengewebes zu und macht die Brust weicher. Spätestens mit Beginn der Menopause und den dadurch bedingten hormonellen Veränderungen nehmen sowohl Bindegewebe als auch Drüsengewebe ab. Da diese Gewebe nur teilweise von Fettgewebe ersetzt werden, erschlafft die alternde Brust und wird kleiner. Im hohen Alter bildet sich schließlich auch das Fettgewebe zurück.

Das Drüsengewebe ist bei gleichaltrigen Frauen in etwa in gleicher Menge vorhanden. Es besteht aus ca. 10-25 exokrinen Einzeldrüsen, die sich in kegelförmigen, bindegewebig eingefassten Lappen befinden. Jede Drüse hat einen individuellen Ausgang auf der Kuppe der Brustwarze.

Jede einzelne Drüse besteht aus einem verzweigten Geäst. Am Ende der Verästelungen sitzen milchproduzierende Drüsenläppchen. Milch gelangt von dort über die Milchgänge in spindelförmige Milchsäckchen. Diese liegen in der Nähe der Brustwarze und werden beim Stillen vom Kiefer des Kindes komprimiert. Dadurch wird die Milch quasi abgepumpt.

Mit dem zyklischen Verlauf des weiblichen Hormonhaushaltes verändert sich auch die Brustdrüse während der gesamten Zeit der Geschlechtsreife der Frau.

Insbesondere während einer Schwangerschaft kommt es durch den erhöhten Gelbkörperhormonspiegel zu einer weiteren Vermehrung der Drüsengänge und Drüsenlappen. Die Brust nimmt dadurch an Größe zu.

Die Stillfähigkeit oder die sexuelle Erregbarkeit der Brust sind weder von ihrer Beschaffenheit noch von Ihrer Größe abhängig.

Die weibliche Brust wird in vier Bereiche, die Quadranten unterteilt. So können pathologische Befunde genau lokalisiert werden.

Die Brustwarze

Im Zentrum der Brust liegt die Brustwarze. Sie besteht aus der Areola und der Mamille mit den Ausführungsgängen der Milchdrüsen. Die Haut ist in diesem Bereich dünner als an den übrigen Bereichen der Brust, zudem ist sie stark pigmentiert.

Die Farbe der Brustwarze schwankt zwischen Rosa, fast Hautfarben und Dunkelbraun. Wie bei der Brust insgesamt hängen auch die Erscheinungsformen von Areola und Mamille von einer Vielzahl von Faktoren ab.

In der Areola befinden sich, als feine Höckerchen erkennbar, die Montgomery-Drüsen. Diese modifizierten Talgdrüsen sondern Talg ab, der besonders während der Laktation die Mamille befeuchtet.

Im Bereich von der Mamille befindet sich der einzige Muskel der Brustdrüse. Er zieht sich bei Berührung, Kälte und sexuellem Reiz zusammen und bewirkt eine Verhärtung der Mamille.

Die weibliche Brust im Zyklus

Wie im Kapitel "Menstruationszyklus der Frau" beschrieben kann es unter dem Einfluss des Geschlechtshormons Progesteron zu psychischen und physischen Beeinträchtigungen kommen.

Hierzu zählen auch die Schmerz- und/oder Spannungsgefühle in der Brust, die etwa 5-7 Tage vor der Menstruation auftreten können. Sie werden durch die Vergrößerung der Drüsenendstücke und eine ödematöse Aufschwemmung des Bindegewebes verursacht. Häufig werden auch knotige Veränderungen besonders im oberen äußeren Quadranten festgestellt.