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Gesichtsfeld und peripheres Sehen

Häufig werden die Begriffe Gesichtsfeld und peripheres Sehen synonym verwendet, obwohl sie deutlich voneinander zu trennen sind.


Das Gesichtsfeld beschreibt den Teil der visuellen Umwelt, der bei fixierten (unbewegten) Augen wahrgenommen werden kann. Es beinhaltet das zentrale (foveale) und das periphere Sehen.


Die Ausdehnung des Gesichtsfeldes hängt von verschiedenen Faktoren ab. Bereits in der ersten Phase der visuellen Wahrnehmung, in der die Umwelt durch den dioptrischen Apparat auf der Netzhaut abgebildet wird, erfolgt eine Einschränkung des Gesichtsfeldes z.B. aufgrund der Abschirmung des einfallenden Lichtes durch die Augenbrauen (in vertikaler Ebene) und die Nase (in horizontaler Ebene).

Das mit dem sog. Perimeter bestimmbare Gesichtsfeld entspricht nicht dem auf die Retina projizierten Bild, sondern kann weitere Einschränkungen beinhalten, die aus den Weiterleitungs- und Verarbeitungsprozessen resultieren.

Das Gesichtsfeld hat horizontal mit ca. 180-200° eine erheblich größere binokulare (beidäugige) Ausdehnung als vertikal (ca. 130°). Exakte Ausmaße sind durch starke interindividuelle Unterschiede nicht allgemein festlegbar.

Gesichtsfeld

Das Gesichtsfeld kann durch den Einsatz von Blickbewegungen mit Hilfe der Augenmuskeln deutlich vergrößert werden (Blickfeld). So kann horizontal ein Bereich von ca. 270° abgedeckt werden.

Die Gesichtsfeldausdehnung variiert auch mit der Farbe eines zu erkennenden Objektes. Bewegt man verschiedenfarbige Reize vom Rand her in das Gesichtsfeld, so werden von peripher nach zentralwärts zuerst die Farben Gelb und Blau und erst weiter innen Rot und Grün erkannt. Dies sollte z.B. in den Spielsportarten bei der Trikotauswahl berücksichtigt werden. So muss der ballführende Spieler beim schnellen Tempogegenstoß im Handball möglichst frühzeitig erkennen, ob es sich bei dem plötzlich im Gesichtsfeld auftauchenden Spieler um einen anspielbaren Teamkollegen oder einen Gegenspieler handelt, der den angestrebten Torerfolg verhindern will. Am größten ist das Gesichtsfeld für unbunte Reize.

Auch die Leuchtdichte (die Helligkeit) des peripher auftauchenden Sehobjektes beeinflusst die Gesichtsfeldausdehnung. So kann bei ungünstigen Beleuchtungsbedingungen bzw. bei schlecht beleuchteten oder reflektierenden peripheren Reizen (z.B. beim Spielen mit verschmutzten Tennisbällen) das Umfeld weniger über das periphere Sehen kontrolliert werden.

Folglich müssen vermehrt Blickbewegungen (z.B. Sakkaden) eingesetzt werden. In Anbetracht der sakkadischen und akkommodativen Latenzen muss dies vor allem in den schnellen Sport- und Rückschlagspielen zu deutlichen Leistungseinschränkungen in der visuellen Informationsaufnahme führen.