Funktion der Haut

Mechanischer Schutz

Der menschliche Organismus hat vielfältige Bewegungsmöglichkeiten bei denen die Haut in Teilbereichen sowohl hohen Beanspruchungen ausgesetzt ist (z.B. Laufen Springen) als auch grazile Bewegungen mit entsprechender sensibler Rückkoppelung ermöglicht (z.B. Klavierspielen). Um dies zu ermöglichen ist die Haut je nach Beanspruchung von einer unterschiedlich dicken Hornschicht überzogen, welche Verletzungen der empfindlichen tieferen Strukturen verhindern sollen. Dennoch darf die Haut auch an Stellen an denen hohe Beanspruchungen auftreten nicht starr sein. Um die Hornschicht flexibel zu halten wird sie von in der Haut befindlichen Talgdrüsen "eingefettet".

Bei fehlender Beanspruchung bildet sich die Hornschicht zurück. Bei Überbeanspruchung (z.B. bei Nutzung neuer Sportschuhe) löst sich die Hornschicht von der Keimschicht ab und es bilden sich Blasen. Diese stellen neben der Schmerzhaftigkeit potentielle Eintrittsquellen für Bakterien dar und sollten entsprechend versorgt werden.

Infektionsschutz

Die gesunde Haut ist durch eine leicht saure Oberfläche und einen leichten Fettüberzug gegen das Eindringen von Bakterien geschützt.
Verletzungen der Haut stellen dementsprechend potentielle Eintrittspforten für Krankheitserreger dar und sollten, insbesondere bei Sportarten bei denen häufig Hautverletzungen auftreten, entsprechen protektiv gegenüber einer möglichen, Entzündung versorgt werden.

Flüssigkeitshaushalt

Große Flüssigkeitsverluste führen zu lebensbedrohlichen Zuständen. Die Körperhülle muss dementsprechend diese Möglichkeit ausschließen und nur eine geringe Flüssigkeitsabgabe zur Thermoregulation zulassen. Andererseits muss verhindert werden, dass größere Flüssigkeitsmengen zum Beispiel beim Schwimmsport in den Körper eindringen und die Osmolarität beeinflussen. Die Resorptionsfähigkeit der Haut ist auch aus diesem Grund sehr begrenzt. Salben und Cremes treten deshalb nur in geringen Mengen in den Kreislauf über.

Strahlenschutz

Der braune Farbstoff Melanin der in die Haut eingelagert wird dient der strahlenabsorbtion von kurzwelligen, potentiell die Haut schädigenden Strahlen.
Die Bräunung kann dabei sowohl durch die ultraviolette Sonnenstrahlung erzielt werden als auch durch kurzwellige Gamma und Röntgenstrahlen. Die Bräunung beschränkt sich jeweils nur auf den bestrahlten Bereich.

Energiespeicher

Die Unterhaut besteht überwiegend aus Fettgewebe und macht etwa 50 % der Gesamtkörperfettmenge aus. Ein kg reines Fett hat einen Brennwert von 9300 kcal. Bei einem prozentualem Anteil von 12-15 % Fett am Gesamtkörpergewicht bei normalgewichtigen Personen liegt hier ein riesiger Energiespeicher der dem menschlichen Organismus längere Fastenperioden ermöglicht.

Eigenbeweglichkeit

Bei Tieren ist häufig eine Eigenbeweglichkeit der Haut im Bereich des Rumpfes zu beobachten. Die hierzu nötige quergestreiften Muskelfasern sind beim Menschen allerdings auf den Kopf und Hals sowie den Kleinfingerballen beschränkt. Sie dienen hier im Wesentlichen der Kommunikation (Mimik). Glatte Muskelzellen befinden sich im Bereich der Warzenvorhöfe und des Hodensacks.

Wärmehaushalt

Neben der isolierenden Funktion der Haut übernimmt die Haut ebenfalls Funktionen bei der Wärmeabgabe. Dabei wird die vom Körper - zum Beispiel in der arbeitenden Muskulatur - gebildete Wärme über den Weg der Blutbahn in die verstärkt durchblutete Haut abgegeben.

An der Haut selbst wirken folgende Mechanismen: Wärmestrahlung gebunden an ein negatives Wärmegefälle zur Umgebung, Wärmleitung von der Haut an die umliegende Luft Konvektion und die Verdunstung von auf die Haut gebrachter Flüssigkeit aus den Schweißdrüsen oder durch die Perspiratio insensibilis. Die effektivste Form der Wärmeabgabe stellt dabei die Verdunstung dar, bei Außentemperaturen über etwa 36 °C erfolgt die Wärmeabgabe ausschließlich über die Verdunstung. Ausführlich wird der Bereich der Thermoregulation im Kurs Sport unter speziellen Bedingungen Hitze Kälte behandelt