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Cholelithiasis

Das Gallensteinleiden ist seit Tausenden von Jahren den Medizinern bekannt. Zur echten Volkskrankheit wurde die Cholelithiasis aber erst nach dem zweiten Weltkrieg, als Über- und Fehlernährung die Inzidenz deutlich ansteigen ließen. Für Mitteleuropa ist eine Prävalenz der Cholelithiasis zwischen 10-20% bei Frauen < 50 Jahren und zwischen 15-40% bei Frauen > 50 Jahren anzunehmen. Für Männer beträgt die Prävalenz etwa die Hälfte derer von Frauen. Betrachtet man die Gesamtbevölkerung, so kann man davon ausgehen, dass es in Deutschland ca. 8 Millionen GallensteinträgerInnen gibt. Die überwiegende Mehrzahl dieser Personen (60-80%) wird zumindest über einen Zeitraum von 15-20 Jahren asymptomatisch bleiben.

Es wurden folgende Risikofaktoren für eine Gallensteinentwicklung identifiziert:

  • Geographischer Lebensraum (v.a. Westeuropa, USA, Chile)
  • Ethnische Gruppe (kaukasische, hispanische und indianische Abstammung)
  • Familiäre Belastung
  • Alter
  • Sozioökonomische Faktoren (niedriger Sozialstatus)
  • Adipositas
  • Rapider Gewichtsverlust
  • Gravidität
  • Hormonelle Kontrazeptiva, Östrogensubstitution
  • Dyslipoproteinämie (erhöhte Triglyceride, niedriges HDL-Cholesterin)
  • Diabetes mellitus
  • Total parenterale Ernährung
  • Medikamente
  • Leberzirrhose
  • Hämolytische Erkrankungen

Ursächlich für die Entstehung von Gallensteinen ist meist eine veränderte Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit (sog. „lithogene Galle“). Auch Infekte der Gallenwege prädisponieren zur Ausfällung von Mikrokristallen und anschließenden Steinbildung. Steine können sich in der Gallenblase oder aber auch in den Gallenwegen selbst entwickeln. Es kann auch zu einer Wanderung eines Gallensteines aus der Gallenblase in die Gallenwege kommen.

Die Symptomatik des Gallesteinleidens ist recht vielfältig. Oftmals bestehen nicht die klassischen Symptome einer Gallekolik, mit Episoden heftiger Schmerzen im rechten oder mittleren Oberbauch über ca. eine Viertelstunde. Die Beschwerden können auch auf den Mittelbauch projeziert werden, mit einer Ausstrahlung in den Rücken oder die Schulter.
Komplizierend kann es zu einer Entzündung der Gallenblase kommen, mit der möglichen Folge einer Gallenblasenperforation oder eines Empyems. Bei Übergreifen der Entzündung auf die Gallenwege spricht man von einer Cholangitis. Durch Verlegung des gemeinsamen Ausführungsganges von Galle und Pankreas kann es durch den Aufstau zu einer Pankreatitis kommen.
Therapeutisch ist bei symptomatischem Steinleiden die Entfernung der Gallenblase die Methode der Wahl. Steine in den Gallenwegen werden endoskopisch entfernt.