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Diarrhoe

Eine Diarrhoe wird definiert durch mehr als 3 ungeformte Stühle pro Tag und ein Gesamtstuhlgewicht von mehr als 250 g pro Tag.
Man unterscheidet 4 Hauptursachen:

1. osmotische Diarrhoe
durch schwer resorbierbare und osmotisch aktive Substanzen im Darmlumen
z.B. bei Einnahme von Lactulose, Magnesiumsulfat, gastrokolischer Fistel, Kurzdarmsyndrom (nach Resektionen)
Der Durchfall sistiert wenn der Patient fastet.

2. sekretorische Diarr
durch intestinale Wasser- und Elektrolytsekretion
z.B. Enterotoxine (Shigellen, Staphylococcus aureus, Clostridium perfringens, Vibrio cholerae etc.), Gastrin, Calzitonin, Serotonin (Karzinoid), VIP (Vipom), Laxanzien, große sezernierende Adenome.
Die Durchfälle persistieren, auch wenn der Patient fastet.

3. Schleimhautveränderungen
morphologische Schleimhautveränderungen mit Exsudation von Schleim, Protein oder Blut z.B. bei Sprue, M. Whipple, bakteriellen Infektionen von Erregern mit Mucosa-Invasion, zB. enteropathogenge E.coli, Amöben, Shigellen, aber auch bei Strahlenenteritis, Kollagenosen, Dünndarmlymphom, M. Crohn, Colitis ulcerosa, Amyloidose

4. gesteigerte intestinale Motilität
z.B. bei Karzinoid, Hyperthyreose, Diabetes mellitus mit Neuropathie, Sklerodermie

Eine akute Diarrhoe wird definiert als Durchfall mit einer Dauer unter 2 Wochen. Die häufigste Ursache sind bakterielle oder virale Erreger oder deren Toxine.
Sie Symptomatik reicht von der einer akuten Gastroenteritis mit Nausea, Erbrechen, Temperaturen < 38,5°C und breiigen bis wässrigen Diarrhoen von kurzer (2-3tägiger) Dauer bis zu schwerer Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens, Temperaturen > 38,5°C und/oder blutigem Stuhl bzw. Dehydratationszuständen mit Kollapsneigung und septischer Verlaufsform.
Bei akuter Diarrhoe ergibt die Diagnostik in > 80% keine eindeutige Ursache und ist bei unkompliziertem Verlauf auch entbehrlich.
Therapeutisch ist die Auferechterhaltung eines normalen Elektrolyt- und Wasserhaushaltes vordringlich. Die körperliche Belastbarkeit ist ohnehin eingeschränkt, so dass während der Erkrankungsphase eine körperliche Belastung nicht erfolgen sollte.