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Anatomie Magen-Darm-System

Um den Nährstoff und Energiebedarf des Organismus zu decken, muss die Nahrung mechanisch zerkleinert, aufbereitet und aufgespalten (verdaut) sowie aus dem Darm in das Körperinnere aufgenommen werden (Absorption). Dabei wird der Nahrungsbrei durch die dreischichtige Muskelschicht, die in allen Abschnitten des Magen-Darm-Trakts vorhanden ist, durchmischt, weitertransportiert und gleichzeitig portioniert. Die Passagezeiten des Nahrungsbreis sind individuell verschieden und variieren stark je nach Zusammensetzung der Nahrung sowie dem Aktivitätsniveau des Menschen. Körperliche Aktivität und Sport beispielsweise erhöhen die Aktivität des sympathischen Nervensystems, was mit einer Verminderung der Durchblutung des Magen-Darm-Systems und einer Verlängerung der Passagezeiten sowie einer Verminderung der Resorptionsleistung einhergeht. Bei strenger anatomischer Betrachtung kann das Innere des Magen-Darm-Systems zur Körperhülle gezählt werden, die quasi in den Körper "gestülpt" ist. Dies erklärt, warum Störungen im Magen-Darm-System infolge einer Nahrungsmittelallergie auch zu Irritationen im Bereich der Haut führen können.

Stoffaufnahme in den Körper ist somit die Passage von Substanzen durch die Wand im Bereich des Magens oder des Darms (vor allem im Dünndarm). Zu den anatomischen Strukturen des Magen-Darm-Systems gehören:

  • Mundhöhle
    Zähne
    Zunge
    Gaumen
  • MundspeicheldrüsenOhrspeicheldrüse
    Unterkieferdrüse
    Unterzungendrüse
  • Rachen und Speiseröhre
  • Magen
  • Dünndarm
    Zwölffingerdarm
    Leerdarm
    Krummdarm
  • Bauchspeicheldrüse
  • Leber
  • Dickdarm

Darüber hinaus haben die Organe Bauchspeicheldrüse und Leber, mit den Gallengang und der Gallenblase, neben anderen Funktionen wesentlichen Anteil an der Verdauungsfunktion.

Die Blutversorgung von Magen, Darm, Leber, und Bauchspeicheldrüse (ca. 30 % des Herzzeitvolumens in Ruhe) erfolgt über drei Äste der Bauchaorta. Die Darmdurchblutung ist von Schwankungen des Gesamtblutdrucks durch eine Autoregulation relativ unabhängig. Sie wird durch lokale Reflexe (z.B. Dehnung), Hormone und das vegetative Nervensystem (sympathisch Noradrenalin; parasympathisch Acetylcholin) geregelt. Das venöse Blut mit den aus dem Darm resorbierten Substanzen gelangt über die Pfortader in die Leber. Ein Teil der resorbierten Fettbestandteile wird in die Darmlymphe aufgenommen und erreicht so unter Umgehung der Leber und des Pfortaderkreislaufes den großen Kreislauf.