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Flüssigkeitshaushalt

Die Bedeutung des Wasserhaushalts und der Flüssigkeitszufuhr im Sport wird vielfach unterschätzt. Der Mensch kann über mehrere Wochen ohne Kalorienzufuhr überleben; ohne Flüssigkeitszufuhr kann der menschliche Organismus jedoch nur wenige Tage existieren. Bei der durchschnittlichen Wasserbilanz der Erwachsenen von ca. 2500 ml/Tag und Richtwerten von 1 ml Wasser pro 1 kcal Energiemehrumsatz werden aufgrund des durch Sport deutlich erhöhten Energieumsatzes diese Richtwerte von Sportlern im allgemeinen nicht erreicht.

  
Fig: Die Abbildung zeigt die durchschnittliche Wasserbilanz eines erwachsenen Menschen unter Ruhebedingungen. Während körperlicher Aktivität ist vor allem die Flüssigkeitsabgabe über die Haut (Schweiß) und die Lungen (erhöhtes Atemvolumen) gesteigert. Je nach Intensitätsgrad und klimatischen Bedingungen kann so ein erhöhter Flüssigkeitsbedarf von 1-1.5 Liter/h entstehen.


Eine wichtige Voraussetzung für die Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit ist der Transfer der aufgenommenen Flüssigkeit in die Zellen. Für eine optimale Resorption der Flüssigkeit im Magen-Darm-Trakt sowie den Transport in den Intrazellulärraum sind verschiedene Mechanismen bedeutsam.
Die Abbildung zeigt die Wasserbilanzierung und die Verteilung des Wassers auf die verschiedenen Körperkompartimente. 40 % des Wassers befinden sich im Magen-Darm-Trakt. Nach der Resorption im Darm gelangt das Wasser zunächst in den Extrazellulärraum (EZR).

Dieser wird unterteilt in den intravasalen Raum innerhalb der Gefäße (Blut) sowie den interzellulären Raum (das Wasser, dass sich dort befindet wird als interstitielle Flüssigkeit bezeichnet (ISF)). Von dort gelangt das Wasser in die Zellen, den intrazellulären Raum (IZR). Die Verteilung der Flüssigkeit in diesen Räumen wird von der jeweiligen Konzentration der gelösten Teilchen, dem sogenannte osmotischen Druck (wirksam v.a. für die Verteilung zwischen Darm und Blut) sowie dem Blutdruck, dem onkotischen Druck und dem Gewebedruck (wirksam v.a allem für die Verteilung zwischen Blut und Intrazellulärerraum) bestimmt. Der osmotische Druck wird neben Nährstoffen wie Kohlenhydrate vor allem durch die Elektrolyte Natrium und Kalium sowie Chlor, aber auch Magnesium, Calcium und Bicarbonat aufgebaut. Daher steht der Wasserhaushalt bzw. die Resorption des Wassers im Darm mit diesen Elektrolyten in enger Verbindung.