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Zink

Aufgrund seiner herausragenden Funktion als Baustein von Enzymen und Strukturproteinen mit Bezug zur Muskelarbeit, kommt dem Spurenelement Zink in der Sportlerernährung ebenfalls eine Sonderrolle zu. Insbesondere bei Athleten mit Beeinträchtigung der körperlichen Belastbarkeit finden sich bei serologischer Kontrolle vermehrt erniedrigte Serum-Zinkwerte wie auch erniedrigte Serumaktivitäten der alkalischen Phosphatase, die als Zeichen für eine Unterversorgung gedeutet werden müssen. Gerade bei unterkalorischer Ernährung zur Gewichtsreduktion wird die empfohlene Zufuhr von 15 mg/Tag bei vielen Sportlern nicht erreicht. Darüberhinaus geht Zink bei körperlicher Belastung in nennenswerter Konzentration über den Urin und Schweiß dem Organismus verloren.
Werden Angaben zur Zinkbilanzierung zusammengestellt und auf die Situation im Sport angepaßt, so kann von einer Zinkzufuhr über Lebensmittel von 8-15 mg Zn/Tag und einer absorbierten Zinkmenge von 2,5-3,5 mg Zn/Tag ausgegangen werden. Werden die täglichen Verluste über den Gastrointestinaltrakt, Urin, Schweiß und sonstige Mechanismen addiert, so stehen dieser Zufuhr ebenfalls mittlere Verluste von 2,5-3,5 mg Zn/Tag gegenüber, so daß von einer rechnerisch ausgeglichenen Zinkbilanzierung gesprochen werden kann. Bei reduzierter Tageszufuhr oder bei deutlich vermehrten sportbedingten oder sportbegleitenden Zinkverlusten (z.B. Schweiß, Hämolyse, intestinale Blutungen, begleitende Infekte) ist es möglich, daß ein für Leistungsfähigkeit und Gesundheit notwendiges Zinkniveau im Organismus nicht aufrechterhalten werden kann. Der menschliche Organismus ist jedoch in der Lage, sich zunächst über eine geringere Zinkausscheidung in Schweiß und Urin vor einer Zinkmangelsituation zu schützen. Auch scheint die intestinale Zinkabsorption bei mangelnder Versorgung anzusteigen. Trotzdem war in Langzeitversuchen an gesunden Probanden eine tägliche Zinkzufuhr von 10 mg Zn/Tag nicht ausreichend, um eine ausgeglichene Zinkbilanz zu erzielen. Die Zinkausscheidung über Stuhl und Urin überstieg dabei die tägliche Aufnahme aus der Nahrung um 1-2 mg Zn/Tag. Darüberhinaus zeigen Schweißanalysen bei Sportlern, daß unter intensiver Belastung dem Körper 0,5 – 1,0 µg Zn/ml Schweiß verlorengehen. Es ist daher anzunehmen, daß im Zinkstatus von Leistungssportlern unter Wettkampfstreß sportinduzierte Zinkumsätze möglich sind, die sich von den für Normalpersonen beschriebenen Verhältnissen unterscheiden. Sollte sich über eine vermehrte Zufuhr von zinkhaltigen Lebensmitteln (Fleisch, Milch, Milchprodukte, Vollkorngetreide) keine Normalisierung des Zinkhaushaltes erreichen lassen, wird über die Substitution von Zink im Leistungssport zur Aktivierung von Muskelenzymen und der muskulären Proteinsynthese sowie zur Stabilisierung der Immunfunktion und antioxidativen Kapazität diskutiert. Da konkrete Empfehlungen nicht vorliegen sollte sich die Dosierung der Substitution an den Zufuhrempfehlungen orientieren (15 mg/d). Es gibt keine Hinweise, dass bei ausgeglichenem Zinkhaushalt eine höhere Zinkdosierung zu einer Verbesserung der Leistungsfähigkeit führen würde.