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Diabetes mellitus Typ II

Therapie

Der Diabetes Typ 2 wird zu den Wohlstandskrankheiten gezählt. Oberstes Gebot der Therapie sind die daher Gewichtsreduktion über eine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten sowie regelmäßige körperliche Bewegung. Durch eine ausgewogene, kalorienreduzierte, fettmodifizierte (mehr einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren anstatt gesättigert Fettsäuren) und kohlenhydratmodifizierte Ernährung (weniger Kohlenhydrate mit einem hohen glykämischen Index) kann das Übergewicht reduziert werden.
Regelmäßige körperliche Aktivität verbessert einerseits die Energiebilanz und verbrennt überflüssiges Fett – andererseits verbessert Sport in hohem Maße die Insulinsensitivität der peripheren Skelettmuskulatur.Eine Senkung des Körpergewichts um 10 kg führte in Studien zu einer durchschnittlichen Senkung des Blutzuckers um 30-40 mg/dl, einer Verminderung der Triglyceride um 30 %, eine Senkung des systolischen Blutdrucks um 7 mmHg und eine Erhöhung des HDL-Cholesterins um 8 mg/dl. Insgesamt kann so über eine dauerhafte Gewichtsreduktion die diabetische Stoffwechsellage, aber auch die Gesamtkonstellation des metabolischen Syndroms deutlich positiv beeinflusst werden. In Untersuchungen zeigte sich, dass über eine Gewichtsreduktion um 10 kg eine Senkung der Gesamtmortalität um 20 % und eine Senkung der Diabetes-assoziierten Komplikation um 30 % erreicht werden konnte.

Erst wenn diese Allgemeinmaßnahmen nicht mehr helfen oder die Compliance des Patienten unzureichend ist, müssen Medikamente verschrieben werden. Ansatzpunkte für eine Blutzucker-senkende Therapie mit Tabletten sind:

  • Eine Erhöhung der Insulinempfindlichkeit der Zellen (sog. Insulinsensitizer)
  • Eine Steigerung der Insulinfreisetzung aus der Bauchspeicheldrüse
  • Eine Verzögerung der Resorption der Kohlenhydrate über den Darm ins Blut

Vor allem bei Erschöpfung der Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse kann auch eine Insulintherapie notwendig werden.