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Radiusköpfchenfraktur

Ätiologie

Die Radiusköpfchenfraktur, d.h. der Bruch des ellenbogennahen Anteils der Speiche, entsteht durch den Sturz auf den ausgestreckten Arm, wenn versucht wird, den Sturz mit der Hand abzufangen. Sie tritt im Sport vor allem bei Reitern und Radfahrern auf.
Klinisch wird ein Bewegungs- und Druckschmerz über dem Radiusköpfchen angegeben. Daneben kann der Verletzte Umwendbewegungen des Unterarms schmerzbedingt nicht mehr durchführen. Außerdem finden sich Schwellung und Hämatom im Frakturbereich.

Diagnose

Die Diagnose wird anhand von Röntgenbildern in 2 Ebenen gestellt, manchmal sind zusätzliche Schrägaufnahmen zur Beurteilung der Stellung der Fraktur notwendig.

Therapeutische Möglichkeiten und Prognose

Die Therapie hängt von der Stellung der Fraktur ab. Bei einer nicht oder nur gering dislozierten Fraktur ist eine konservative Behandlung mit einem Oberarmgips möglich. Bei Kindern kann eine größere Fehlstellung als beim Erwachsenen toleriert werden, da die Knochen noch eine gewisse Fähigkeit zur Korrektur besitzen.

Ist das abgebrochene Radiusköpfchen zu weit abgekippt oder in mehrere Teile zerbrochen, so können unterschiedliche operative Methoden angewendet werden. Sie alle haben in der Regel das Ziel, das Radiusköpfchen wieder in die korrekte Stellung zu bringen. Ist die Fehlstellung oder der Grad der Zertrümmerung jedoch zu groß, so kann die Resektion des Radiusköpfchens notwendig sein, um später eine gute Beweglichkeit im Ellenbogengelenk zu gewährleisten. Frakturen mit begleitenden Nerven- und Gefäßschäden oder offene Frakturen müssen operativ versorgt werden.

Zur Nachbehandlung ist meistens ein Oberarmgips notwendig. Bewegungsübungen aus dem Gips heraus sollten frühzeitig durchgeführt werden, um später eine gute Beweglichkeit des Ellenbogengelenks zu erreichen. Die volle Belastbarkeit ist je nach Frakturtyp nach etwa 6-12 Wochen erreicht.

Einfluss auf die Sportfähigkeit und sportliche Belastbarkeit

Während der Knochenheilung ist eine sportliche Aktivität nicht möglich. Nach Abschluss der Konsolidierung kann schrittweise wieder eine Belastung des betroffenen Arms aufgenommen werden. Die sportliche Belastbarkeit hängt auch vom Grad der verbleibenden Fehlstellung ab. Wird das volle Bewegungsausmaß erreicht, so sind in der Regel keine Einschränkungen notwendig. Nicht selten verbleibt jedoch eine Einschränkung der Streck- bzw. Beugefähigkeit oder der Umwendfähigkeit des Unterarms.