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Metatarsalgie

Ätiologie

Unter einer Metatarsalgie versteht man Schmerzen im Bereich der Metatarsalia, also der Mittelfußknochen. Unklar ist, ob die Beschwerden durch eine Fußfehlstellung wie z.B. den so genannten Senkspreizfuß ausgelöst werden, oder ob die Erkrankung ein eigenes Krankheitsbild darstellt. Ursache der Beschwerden kann auch die Bildung eines Neuroms sein, welches sich zwischen dem III. und IV. Zeh befindet, das so genannte "Morton-Neurom". Es entsteht möglicherweise durch eine chronische Mikrotraumatisierung des dort verlaufenden Nervs bei Belastung durch das schräg verlaufende Mittelfußband.
Beim Senkspreizfuß kommt es zu einer Abflachung des Quergewölbes und einer Verbreiterung des Vorfußes, so dass die Belastung beim Laufen verstärkt über die Mittelfußköpfchen des II. und III. Zehs geleitet wird.

In der Folge kann es zu Fehlstellungen der Zehen (Hammerzehen der II.-IV. Zehe, Hallux valgus der Großzehe) kommen. Die Erkrankung findet sich häufiger bei Frauen, unter Sportlern sind vor allem Langstreckenläufer betroffen.

Diagnose

Die Metatarsalgie macht sich durch Schmerzen unter den Mittelfußköpfchen beim Gehen und Stehen bemerkbar. Bei der Untersuchung können sich Schwielen unter den Köpfchen des 2. und 3. Mittelfußköpfchens finden, außerdem besteht ein Druckschmerz in diesem Bereich.
Röntgenaufnahmen im Stehen können Auskunft über Fußfehlformen geben, die Kernspintomographie sichert die Diagnose beim Morton-Neurom.

Therapeutische Möglichkeiten und Prognose

Bei der leichten Form des Senk- Spreizfußes mit einer Metatarsalgie wird der Betroffene mit einer Einlage versorgt, die mit Hilfe einer Vorfußpelotte den Fuß unterstützt und so das Quergewölbe wieder aufrichtet. Diese Einlage muss nach Abdrücken des Fußes angefertigt werden, um einen optimalen Sitz zu gewährleisten. Daneben wird versucht, durch ein Training der Fußmuskulatur das Ausmaß des Senk-Spreizfußes zu reduzieren. Schließlich wird den Patienten empfohlen, keine zu hohen Absätze oder enge Schuhe zu tragen.
  
Bleiben die Beschwerden trotz konservativer Therapie unverändert, so gibt es eine Reihe von unterschiedlichen Operationsmethoden zur Korrektur des eingesunkenen Quergewölbes. Postoperativ ist je nach Operationsmethode bis zur Konsolidierung der durchtrennten Knochens eine Ruhigstellung von etwa 6 Wochen notwendig.
Das Morton-Neurom wird operativ entfernt, hinterher ist der Betroffene schnell wieder belastbar.

Einfluss auf die Sportfähigkeit und sportliche Belastbarkeit

Sportler mit einer Metatarsalgie sind nach der Versorgung mit einer speziell angefertigten Sporteinlage in der Regel uneingeschränkt sportfähig. Wenn eine Operation durchgeführt wurde, gibt es im Anschluss an die Heilungsphase ebenfalls keinerlei sportliche Beschränkungen.