spomedial - Sportmedizin interaktiv lernen


Achillessehnenverletzung

Ätiologie

Rupturen der Achillessehne gehören zu den häufigsten Sehnenverletzungen. Ursache ist meistens die plötzliche unkoordinierte Anspannung einer degenerativ vorgeschädigten Sehne. Die schlechter versorgten Anteile der Sehne sind besonders anfällig für Schäden und Verletzungen. Bei der Achillessehne liegt dieser Bereich etwa 2-6 cm vor dem Ansatz am Fersenbereich.

Besonders belastende Sportarten sind jene, bei denen gehäuft Sprünge, Dreh- und Sprintbewegungen vorkommen. Vorausgegangene Injektionen von Kortikosteroiden können die Ausheilung von Mikrotraumen verzögern und über
 Ablagerungen zu einer strukturellen Schädigung der Sehne führen, die dadurch weniger belastbar wird.

Bei Patienten tritt häufig unmittelbar nach der kompletten Ruptur eine sicht- und tastbare Delle auf, die allerdings durch das sich entwickelnde Hämatom oft überdeckt wird. Der einbeinige Zehenstand ist nicht mehr möglich, beim Zusammendrücken der betroffenen Wade in Bauchlage wird der Fuß nicht mehr passiv gestreckt (so genannter "Kneiftest").

Der Sportler verspürt beim Riss einen intensiven Schmerz. Gelegentlich erzählen Sportler mit einer Achillessehnenruptur, sie hätten das Gefühl gehabt, jemand trete ihnen in die Ferse, außerdem sei ein lauter Knall hörbar gewesen.

Diagnose

Mit Hilfe der Ultraschalluntersuchung und der Kernspintomographie wird die Diagnose gesichert.

Zoom (51KB)

Achillessehnenruptur

Therapeutische Möglichkeiten und Prognose

Die Therapie erfolgt meist operativ. Die Sehne kann entweder geklebt oder genäht werden. Im Anschluss ist eine Ruhigstellung im Gips für insgesamt 6 Wochen notwendig, dann kann mit der Rehabilitation begonnen werden. Die Sehne sowie die stabilisierende Muskulatur sind durch die Ruhigstellung geschwächt und müssen langsam auftrainiert werden.

Ist die Sehne nur teilweise gerissen oder liegen die Enden sehr dicht beieinander, wird heutzutage auch eine konservative Therapie in einem speziellen Schuh durchgeführt.

Einfluss auf die Sportfähigkeit und sportliche Belastbarkeit

Während der Ruhigstellung ist eine sportliche Aktivität nicht möglich. Eine vorsichtige sportliche Belastung beginnt im Rahmen der Rehabilitation nach etwa 8-10 Wochen postoperativ, eine Wettkampfteilnahme sollte nicht eher als 3-4 Monate nach der Operation erfolgen.
Verwachsungen im Bereich des Sehnengleitgewebes und der Narbe können zu längeren Beschwerden und zu einer Einschränkung der Belastbarkeit führen.