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Bandruptur am Sprunggelenk

Ätiologie

Die Bandruptur im Bereich des oberen Sprunggelenks gehört zu den häufigsten Bandverletzungen überhaupt, die Verletzungsgefahr ist bei Lauf- und Spielsportarten am größten. Von der Ruptur muss die Distorsion abgegrenzt werden.

  
Fig: Verletzungsmechanismus: Bänderdehnung am Fuß


Die Verletzung entsteht bei einer erzwungenen massiven Supinationsbewegung des Fußes, verbunden mit einer Plantarflexion . Auslösende Ursachen sind Bodenunebenheiten oder das Landen auf dem Fuß des Gegners (z.B. beim Basketball nach einem Sprungwurf).

Das verletzte Gelenk ist im Bereich des Außenknöchels angeschwollen und schmerzhaft . Daneben findet sich eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung. Wenige Tage nach der Verletzung ist häufig ein abgesenkter Bluterguss im Bereich des Fußaußenrands sichtbar.

Die Instabilität des Gelenks kann durch Aufklappversuch bzw. Schubladenbewegung überprüft werden.

Die kräftige Kontraktion der Muskulatur (Musculus fibularis longus u. brevis) kann jedoch eine Stabilität des Gelenks vortäuschen, so dass das tatsächliche Verletzungsausmaß nicht sichtbar wird.

  
Fig: Verletzungsmechanismus: Ruptur und Distorsion der Außenbänder am Sprunggelenk


Diagnose

Zur Diagnostik werden Röntgenaufnahmen, eventuell als gehaltene Aufnahmen, angefertigt. Außerdem kann heute die Kernspintomographie Auskunft über die Verletzung sowie die Beteiligung anderer Strukturen geben.

Zoom (45KB)

gehaltene Röntgenaufnahme von dorsal

Zoom (45KB)

Röntgenaufnahme von medial

Therapeutische Möglichkeiten und Prognose

Als Therapie bei Kapsel- Bandverletzungen hat sich heute weitgehend die Versorgung mit einer stabilisierenden Orthese für etwa sechs Wochen durchgesetzt. Nur bei einer erheblichen Instabilität erfolgt die primäre operative Revision mit Naht der Bänder. Handelt es sich um eine ältere Verletzung, kann eine Bandplastik (Ersatz mit körpereigener Sehne) notwendig sein. Im Rahmen der Nachbehandlung wird das Gewicht auf Bewegungsübungen und eine Stärkung der stabilisierenden Muskulatur (Musculus fibularis brevis u. longus) gelegt. Daneben soll über ein Propriozeptorentraining die "Reaktionsfähigkeit" der stabilisierenden Muskulatur verbessert werden.

Einfluss auf die Sportfähigkeit und sportliche Belastbarkeit

Im Allgemeinen heilt die Ruptur nach ca. 6 Wochen zwar mit einer Narbe, aber vollständig aus, so dass die sportliche Belastbarkeit nicht eingeschränkt ist. Gegebenenfalls können während der sportlichen Betätigung Tape-Verbände oder knöchelhohe Turnschuhe das Gelenk zusätzlich stabilisieren.