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Hüftluxation

Ätiologie

Die traumatische Hüftluxation (die Ausrenkung des Hüftgelenks) ist eine sehr seltene Verletzung. Die umfassende Überdachung des Hüftkopfes durch die Hüftpfanne, eine dicke Gelenkkapsel sowie kräftige Bänder und Muskeln sichern und stabilisieren den Kopf in der Pfanne. Deshalb sind zur Luxation des Hüftgelenks erhebliche Kräfte notwendig, wie sie z.B. bei einem Verkehrsunfall auftreten können. Die Versorgung des Hüftkopfes erfolgt im Wesentlichen durch Blutgefäße, die von der Gelenkkapsel in den Kopf ziehen. Bei einer Luxation besteht die Gefahr, dass diese Blutgefäße zerreißen oder abgequetscht werden, was zum Absterben des Hüftkopfes führt.

Diagnose

Die Symptome sind eine stark schmerzhafte Bewegungseinschränkung, ein federnder Widerstand beim Bewegungsversuch durch die Kapsel-, Band- und Muskelspannungen sowie eine sichtbare Fehlstellung des Beines (bei der Luxation nach hinten oben z.B. Verkürzung, Adduktion, Innenrotation, Beugung in der Hüfte). Auf Begleitverletzungen wie Frakturen im Beckenbereich sowie Nerven- und Gefäßschäden ist zu achten.

Mit Hilfe von Röntgenaufnahmen wird die Diagnose gesichert.

Hüftluxation (Gelenkkopf deutlich über der Hüftgelenkpfanne zu sehen)

Therapeutische Möglichkeiten und Prognose

Die Therapie besteht wie bei der Schulterluxation in der schnellstmöglichen Reposition (dem Wiedereinrenken) des ausgekugelten Hüftkopfes. Lediglich überdehnte oder abgeklemmte Gefäße werden in den ersten Stunden nach der Luxation wieder funktionsfähig. Die Wahrscheinlichkeit des Absterbens des Hüftkopfes (Hüftkopfnekrose) steigt mit der Dauer der Fehlstellung. Die Reposition ist nur in Narkose und Muskelentspannung möglich. In den ersten 2 Wochen sind schmerzfreie aktive Bewegungsübungen ohne Belastung erlaubt, in der Folgezeit wird bis etwa zur 12. Woche die Belastung zunehmend gesteigert.
Ob die längere Entlastung eine Hüftkopfnekrose verhindern kann, ist nicht gesichert.

Hüftgelenk nach der Reposition

Einfluss auf die Sportfähigkeit und sportliche Belastbarkeit

Während der Reparationsphase der Muskeln, Bänder und der Kapsel ist eine sportliche Betätigung nicht möglich. Ist diese Phase abgeschlossen, so ist die Sportfähigkeit bei erhaltener Durchblutung des Hüftkopfes wieder gegeben.