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Epiphysenlösung

Ätiologie

Bei der Epiphysenlösung handelt es sich um ein - meist nicht traumatisches - Abrutschen der Hüftkopfepiphyse vom Schenkelhals während der Pubertät. Synonym wird der Begriff Epiphysiolysis capitis femoris verwendet. Jungen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Mädchen. Das Abrutschen erfolgt meistens langsam über Wochen und Monate, die Kinder klagen dann über Leisten- oder auch Knieschmerzen, sind rascher ermüdbar und hinken. Bei der Untersuchung ist die Außendrehung der Hüfte eingeschränk. Bei der selteneren akuten Form der Erkrankung rutscht die Epiphyse innerhalb von wenigen Tagen ab. Es treten starke Schmerzen auf, das Hüftgelenk wird nicht belastet.

Die Ursache ist nicht bekannt. Da jedoch besonders häufig adipöse großgewachsene Jugendliche von der Epiphysenlösung betroffen sind, wird neben einer genetischen Disposition auch der Einfluss eines gestörten endokrinen Gleichgewichts diskutiert.

Diagnose

Die Diagnose wird anhand von Röntgenaufnahmen des Hüftgelenkes in mehreren Ebenen gestellt.

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Epiphysiolysis capitis femoris

Therapeutische Möglichkeiten und Prognose

Durch das Abrutschen der Epiphyse wird die Blutversorgung der Epiphyse gestört (vor allem bei der akuten Form), die veränderte Stellung der Epiphyse führt zu einer falschen biomechanischen Belastung des Hüftgelenks. Knorpelschädigung und Knochenanbauten im Bereich des Schenkelhalses sind mögliche Folgen. Bei der Operation wird die Epiphyse fixiert, eventuell die Stellung korrigiert. In Deutschland wird häufig zusätzlich die gesunde Seite prophylaktisch mit Drähten fixiert, da es in etwa 20- 60% der Fälle auch zu einem Abrutschen auf der Gegenseite kommt. Nach der Operation muss die kranke Seite für etwa 6 Wochen entlastet werden, Bewegungsübungen ohne Belastung können durchgeführt werden. Je früher die Diagnose gestellt wird und je geringer der Grad der Abkippung der Epiphyse zum Zeitpunkt der Operation ist, umso besser ist die Prognose. Ist es bereits zu einer Knorpelschädigung gekommen oder kann durch die Operation die Stellung des Hüftkopfes nicht korrigiert werden, so muss mit dem späteren Auftreten einer Coxarthrose gerechnet werden.

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Fixierte Epiphyse

Einfluss auf die Sportfähigkeit und sportliche Belastbarkeit

Die Epiphysenlösung führt im Allgemeinen zu einer verminderten sportlichen Belastbarkeit der Hüftgelenke. Ob die Kinder nach der Operation am Schulsport teilnehmen dürfen, sollte vom behandelnden Sportmediziner/Orthopäden entschieden werden. Der Grad der Belastbarkeit hängt von der verbliebenen Fehlstellung im Gelenk ab. Sportarten, die mit Sprung- oder Laufbelastungen sowie großen Gewichten einhergehen, sind eher als ungünstig einzustufen.

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rechtes Hüftgelenk nach OP