Coxa vara und Coxa valga

Ätiologie

Als Coxa vara wird eine Deformität im Bereich des Femurs bezeichnet, bei der der Winkel zwischen dem Oberschenkelschaft und dem Schenkelhals unter 120° liegt. Im Gegensatz dazu ist der Winkel bei der Coxa valga mit mehr als 140° größer als normal.
Normalerweise beträgt dieser Winkel beim Neugeborenen 150°, reduziert sich bis zum 10. Lebensjahr auf etwa 138°, um schließlich beim Erwachsenen 125° zu erreichen.
Die Ursachen sind vielfältig. Neben der primären Form, bei der die Säuglinge bereits mit einer Fehlstellung auf die Welt kommen, können Muskelimbalancen (z.B. bei Kindern mit Infantiler Cerebralparese), Schädigungen im Bereich der Wachstumsfuge des Schenkelhalses oder Trochanter majors (durch Unfall, Tumor oder Entzündung) oder auch Stoffwechselerkrankungen (Rachitis) zur Veränderung des Winkels führen.
Coxa vara und Coxa valga führen zu einer veränderten Belastung des Hüftgelenks. Kinder mit einer Coxa vara können durch Hinken beim Laufen, schnellere Ermüdbarkeit und eine Einschränkung der Abduktionsfähigkeit auffallen. Das Hinken entsteht durch den relativen Hochstand des Trochanter major und der daraus resultierenden Insuffizienz der Glutealmuskulaur, welche für die Stabilisierung des Beckens beim Laufen zuständig ist. Schmerzen sind im Kindesalter eher selten. Eine Coxa valga führt zu einer vermehrten Beanspruchung der Glutealmuskulatur, Überforderung und schließlich ebenfalls zu einer Insuffizienz.

(siehe auch Kapitel "Belastung des Bewegungsapparates: Belastung der Hüfte")

Diagnose

Die Diagnose wird mittels Röntgenaufnahmen des Beckens sowie der Hüften gestellt.

Coxa valga

Therapeutische Möglichkeiten und Prognose

Bei alleiniger Coxa valga ist zunächst nur auf eine kräftige Glutealmuskulatur zu achten. Treten Leistenschmerzen auf und hinken die Kinder, kann eine operative Korrektur des Winkels indiziert sein. Der Oberschenkelknochen wird durchgesägt und nach Entnahme eines Knochenkeils im korrekten Winkel mittels Platten und Schrauben fixiert.

Bei der Coxa vara besteht die Gefahr der Progression und Ausbildung einer sekundären Arthrose, so dass auch hier eine operative Korrektur erforderlich sein kann.
Bei frühzeitigem Eingriff kann die volle Sportfähigkeit erreicht werden, die Einschätzung sollte durch einen Orthopäden erfolgen.

Einfluss auf die Sportfähigkeit und sportliche Belastbarkeit

Die sportliche Belastbarkeit hängt vom Ausmaß der Fehlstellung und den Beschwerden ab, sie sollte durch einen Sportmediziner beurteilt werden. Prinzipiell sollten die Kinder am Schulsport teilnehmen, um die Beweglichkeit der Hüftgelenke zu erhalten und die Muskulatur zu kräftigen. Besonders günstig sind Schwimmen und Radfahren sowie Gymnastik.