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Funktionelle Anatomie

Jede sportliche Betätigung setzt das ungestörte Zusammenspiel von passivem (Knochen, Knorpel, Sehne) und aktivem (Muskulatur) Bewegungsapparat voraus. Die Muskeln setzen über Sehnen am Knochen an, die Knochen sind über Gelenke beweglich bzw. über Haften (Bandhaft – z. B. Schien- und Wadenbein distal, Knorpelhaft - Brustbein und Rippen, Knochenhaft – Schädel sowie Hüftbeine Erwachsener) elastisch oder fest miteinander verbunden.
 Gelenkform (z. B. Scharniergelenk, Kugelgelenk, Sattelgelenk, Eigelenk) in Verbindung mit der Bandsicherung geben die mögliche(n) Bewegungsrichtung(en) vor. Die gelenkübergreifende Muskulatur stabilisiert in jeder Stellung. Durch Ursprung und Ansatz ist die Wirkung (z.B. Beugen, Strecken, Abspreizen) des einzelnen Muskels festgelegt. Die tatsächliche Bewegung resultiert aus dem Zusammenspiel mehrerer Muskeln, die zusammenwirken (Synergisten) und ihrer Antagonisten (Gegenspieler).
 Aus der Kenntnis von Ursprung und Ansatz der Muskeln lässt sich ableiten, welche Muskelgruppen bei speziellen sportlichen Disziplinen beansprucht werden und dementsprechend zu trainieren sind. Auch für eine wirksame Rehabilitation sind Kenntnisse der funktionellen Anatomie bedeutsam: Das vordere Kreuzband verhindert, dass der gebeugte Unterschenkel gegen den Oberschenkel nach vorne gezogen werden kann – eine entsprechende Wirkung hat die ischiocrurale Muskulatur, sie kann also eine Verletzung des vorderen Kreuzbandes zumindest teilweise kompensieren.

Ziele:

  • Darstellung des Skelettsystems, wesentlicher Gelenke und Muskelgruppen
  • Aus der Kenntnis von Gelenkform sowie Ursprung und Ansatz wesentlicher Muskelgruppen lässt sich ableiten, welche Muskeln für spezielle sportliche Disziplinen benötigt werden und damit zu trainieren sind
  • Fundierte Kenntnisse der funktionellen Anatomie ermöglichen, Trainingsprogramme im Rahmen der Prävention (Osteoporose, Rückenschule), Rehabilitation (z. B. nach Knie- und Schulterverletzungen) und Trainingstherapie (vgl. Kapitel ) zu erstellen.

Voraussetzungen:

Grund)Kenntnisse über Aufbau des Knochens und der Muskulatur sowie der Biomechanik sind vorteilhaft.