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Tendinitis bzw. Tendinose, Tendovaginitis sowie Insertionstendopathien

Tendinitis, Tendovaginitis

Statt "Tendinitis" wird heute der Begriff "Tendinose" verwendet, da sich keine für die Entzündung typischen Zellen im Sehnengewebe nachweisen lassen!

Durch einseitige sich ständig wiederholende Bewegungen oder mechanischer Reizungen kann es zur Entzündung des Paratenon , der Sehnenscheide oder der Sehne kommen. Besonders häufig sind die Bereiche von Achillessehne, der langen Sehne des Musculus biceps und die

Entzündung des Paratenon der linken Achillessehne

Sehnen der Beugemuskulatur vom Handgelenk betroffen.
Die Sporttreibenden klagen über Schmerzen während und nach der Belastung, über eine eingeschränkte Funktion sowie gelegentlich über ein "Sehnenreiben" oder "Schneeknirschen" z.B. im Bereich der Achillessehne beim Aufstehen, wenn das Gleitgewebe entzündet ist.

Bei chronischen Entzündungen verschwindet manchmal der Schmerz während der Erwärmung. Bei der Untersuchung ist die Umgebung der betroffenen Sehne häufig überwärmt und angeschwollen, sonographisch lassen sich diese Veränderungen darstellen. In der akuten Phase hilft die lokale Kühlung des Bereiches, eine Trainingspause oder Reduzierung von Intensität und Umfang, eventuell eine Ruhigstellung bis zur Schmerzfreiheit.
Der/die Arzt/Ärztin hat die Möglichkeit, neben ruhigstellenden Tape- oder elastischen Verbänden entzündungshemmende Medikamente und physikalische Maßnahmen wie Ultraschall, Kurzwelle etc. einzusetzen.

Die Entzündung einer Sehne sollte immer ernst genommen und ausreichend therapiert werden, da eine chronische Sehnenentzündung äußerst langwierig sein kann. Sie erfordert in der Regel eine lange Trainingspause mit eventueller Ruhigstellung. In seltenen Fällen können operative Revisionen zur Entfernung degenerativer Veränderungen, Einblutungen oder Kalkeinlagerungen erforderlich sein.

Kalkeinlagerung im Achillessehnenberich

Insertionstendopathien

Im Bereich des Übergangs von der Sehne zum Knochen wird das Gewebe über Knorpel und verkalktes Knorpelgewebe in Knochen umgewandelt. Diese Region ist ebenfalls schlecht mit Blutgefäßen versorgt und Verletzungen in diesem Bereich heilen häufig nur langsam und werden oft chronisch. Die Ursache liegt vermutlich in wiederholten Dehnungsreizen auf die Sehne und die Knochenhaut, was zu Reizungen und Entzündungen führt, in der Medizin als Insertionstendopathie bekannt.

Bevorzugte Lokalisationen finden sich am Ellenbogen ("Tennisellenbogen - Überlastungserscheinung im Ansatzbereich der Handstrecker"), in der Leiste am Ansatz des Musculus adductor longus, im Knie an beiden Enden der Patellarsehne ("Jumper's knee" oder "Springerknie"), an der Schulter im Bereich der Rotatorenmanschette und am Ansatz der Achillessehne, dort oft verbunden mit einer Schleimbeutelentzündung.

Die Sporttreibenden verspüren Schmerzen im Bereich des Sehnenansatzes sowie eine leichte Schwellung und Funktionseinschränkung.

Daneben kann man am betroffenen Sehnenansatz durch Druck Schmerzen auslösen und bei Kontraktion des entsprechenden Muskels nehmen die Beschwerden zu. Sichtbares Zeichen langwieriger Insertionstendopathien können spornartige Ausziehungen im Röntgenbild sein.

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Spornartige Knochenausziehung am Calcaneus

Die Behandlung besteht in lokaler Kälteanwendung, einer Entlastung durch eingeschränktes sportliches Training und eventuell ruhigstellende Verbände. Sind die Beschwerden bereits chronisch, ist die Anwendung von Wärme hilfreich. Daneben kann der/die Arzt/Ärztin entzündungshemmende Medikamente verordnen und eine gezielte Bewegungstherapie einleiten.