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Nephrosklerose

Die Sklerosierung der Nierenarterien kann zu Durchblutungsstörungen der Nieren mit Ausbildung eines sekundären Hypertonus führen. Die chronischen Nierenerkrankungen und -schädigungen entwickeln sich meist nach Nierenentzündungen. Sehr häufig tritt z.B. die Glomerulonephritis als allergische Reaktion auf eine bakterielle Infektion (typisch: Streptokokken bei Angina tonsillaris auf. Insbesondere Frauen sind wegen der anatomischen Verhältnisse (kurzer Harnleiter) durch aufsteigende Keime häufiger von Nierenbeckenentzündung betroffen, wiederholte Infektionen können dann zur chronischen Erkrankung führen. Schmerzhafte Nierenlager und akut auftretendes Fieber zählen zu den typischen Symptomen, in manchen Fällen verläuft die Infektion beschwerdefrei ab.
Die zweite Hauptursache für chronische Nierenerkrankungen ist der Diabetes mellitus, der jedoch erst nach Jahren bis Jahrzehnten relevant wird. Sie ist Folge einer Kombination aus Durchblutungsstörungen, Abwehrschwäche und Entzündungen (diabetische Nephropathie).
Die angeborenen Erkrankungen treten in der Häufigkeit gegenüber den ersten beiden Gruppen in den Hintergrund.
Hierbei ist unter anderem die Zystenniere als Ursache zu nennen.

Alle chronischen Nierenerkrankungen führen mit der Zeit zum Untergang von gesundem Nierengewebe bis hin zur Urämie. Erste Anzeichen sind Eiweiße, Leukozyten oder Erythrozyten im Urin sowie erhöhte Blutdruckwerte.

Im weiteren Verlauf führt der Mangel an Erythropoetin zu einer Anämie. Im Endstadium werden bei starker Oligurie bzw. Anurie die harnpflichtigen Substanzen (Harnstoff, Kreatinin, etc.) nicht mehr ausgeschieden, sie müssen mittels Dialyse in ihrer Blutkonzentration auf Normwerte gesenkt werden.

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Dialyseprinzip

Günstiger als regelmässige Dialysen (eventuell einige Stunden mehrmals wöchentlich) ist im Regelfall eine Nierentransplantation, so dass langfristig wieder eine normale Belastbarkeit möglich ist.

Sport- und Bewegungstherapie

Mittlerweile haben sich vorwiegend im klinischen Bereich sporttherapeutische Angebote für Dialyse-Patienten etabliert. Auch hier ist das Ziel zum einen die körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern bzw. zu stabilisieren sowie zusätzliche Risokofaktoren zu minimieren und zum anderen den sozial-affektiven Bereich bei den Patienten zu fördern.

Bei einem Bewegungstraining ist die häufig eingeschränkte Belastbarkeit (Blutarmut), die erhöte Blutungsneigung (Mangel an Thrombozyten) zu beachten. Außerdem liegt für die Dialyse meist ein Shunt am Unterarm, so dass Ballsportarten, wie z.B. Volleyball eher ungünstig für diese Patienten ist. Günstig sind dosierte Trainingsformen im Ausdauerbereich, kräftigende und mobilisierende Übungen und Spiele bzw. Spielformen ohne direkten Körperkontakt.