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Dilatative Kardiomyopathie

Bei der dilatativen Kardiomyopathie handelt es sich um eine krankhafte Erweiterung mit beeinträchtigter Kontraktionskraft (systolische Funktionseinschränkung) des linken oder linken und rechten Herzmuskels.

Darüber hinaus besteht eine eingeschränkte myokardiale Dehnbarkeit (diastolische Funktionsstörung).

Die Erkrankung kann angeboren oder beispielsweise entzündlich, toxisch oder durch Bindegewebserkrankung oder unbekannt verursacht sein. Wie bei der chronischen Herzinsuffizienz kommt es auch zu einer neuro-hormonellen Umstellung mit insbesondere Aktivierung des Sympathikus.

Das Beschwerdebild der dilatativen Kardiomyopathie ist in erster Linie durch Luftnot gekennzeichnet, die sich in den früheren Krankheitsstadien zunächst unter Belastungsbedingungen äußert (sog. Belastungsdyspnoe). Weitere Symptome sind periphere Ödeme sowie ventrikuläre Herzrhythmusstörungen mit

  • Herzstolpern,
  • Herzrasen,
  • Synkopen bis hin zum
  • plötzlichen Herztod.

Die Prognose der Erkrankung ist von der zugrundeliegenden Ursache abhängig und oftmals schlecht, da es zu einer zunehmenden Herzinsuffizienz kommt (10).


Im EKG finden sich Zeichen der

  • Herzvergrößerung,
  • Rhythmusstörungen und
  • Reizleitungsstörungen (Schenkelblockbilder) sowie
  • Repolarisationsstörungen.

Im Röntgenbild fallen eine

  • vergrößerte Herzsilhouette sowie häufig eine
  • Lungenstauung auf.

In der Echokardiographie zeigt sich die Dilatation des linken Ventrikels (eventuell auch weiterer Herzhöhlen) mit normaler oder reduzierter Wanddicke und erniedrigter Kontraktilität; sekundär können Herzklappeninsuffizienzen (Mitral- und/oder Trikuspidalklappe) sowie wandständige Thromben, bevorzugt in der Spitze des linken Ventrikels, auftreten.
Die Spiroergometrie erlaubt eine Objektivierung der funktionellen Kapazität des Patienten mit prognostische Aussage sowie Vorgaben zur individuellen Belastungsdosierung (4).

Die Behandlung der dilatativen Kardiomyopathie entspricht der der Herzinsuffizienz. Eventuell erfolgt eine Antikoagulation oder eine antiarrhythmische Medikation.

Bei nicht beherrschbaren lebensbedrohlichen Arrhythmien ergibt sich die Indikation zur Implantation eines Defibrillators. Bei fortschreitendem Verlauf bleibt schließlich die Herztransplantation als letztes therapeutisches Mittel.

Dilatative Kardiomyopathie und körperliche Aktivität

Zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit bzw. Belastbarkeit und subjektivem Befinden eignet sich eine individuell dosierte und in der Regel überwachte Bewegungstherapie (5, 7). Die Empfehlungen entsprechen dem Kapitel chronische Herzinsuffizienz.