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Therapie

Bei der Behandlung erworbener Klappenfehler steht zunächst eine mögliche Therapie der ursächlichen Erkrankung im Vordergrund.
Weiterhin kann zwischen einer symptomatischen und einer kurativen Therapie unterschieden werden.
Zur symptomatischen Therapie einer Herzinsuffizienz steht eine Menge unterschiedlichster Medikamente zur Verfügung. Die Herzauswurfleistung kann gesteigert werden (Herzglykoside), Symptome wie Luftnot oder Beinödeme mit Diuretika behandelt werden.
Bei der kurativen Therapie kann man zwischen klappenerhaltenden und klappenersetzenden Verfahren unterscheiden. Klappenerhaltende Verfahren sind wenn möglich vorzuziehen. Stenosen können mit Ballons aufgedehnt werden, bei Insuffizienzen wir eine Klappenrekonstruktion angestrebt. Als Klappenersatz können biologische Klappen (Schweineklappen oder Klappen von Verstorbenen) oder künstliche (mechanische) Klappen dienen.

Beide Verfahren haben Vor- und Nachteile. Biologische Klappen zeigen eine begrenzte Haltbarkeit und werden daher vor allem bei älteren Patienten angewandt.

Künstliche Herzklappe

Künstliche Herzklappe

Bei mechanischen Klappen muss eine lebenslange medikamentöse Gerinnungshemmung durchgeführt werden, da diese Klappen eine gerinnungsfördernde Wirkung haben.

Eine pauschale Aussage über die Sportfähigkeit bei Herzfehlern kann aufgrund der vielfältigen Erscheinungsformen von Herzfehlern nicht getroffen werden. Die Bandbreite reicht von symptomlosen Herzfehlern bis hin zu Fehlern, die zu schwerster Herzinsuffuizenz führen.
Weiterhin muss auch unterschieden werden, ob die Patientin bzw. der Patient Leistungssport, Schul- oder Breitensport ausüben möchte. Die Erlaubnis zum Leistungssport sollte generell beim Nachweis einer organischen Herzerkrankung vorsichtig erteilt werden. Anders verhält es sich beim Schul- und Breitensport. Bei leichten Vitien kann hier meist bedenkenlos Sport ausgeübt werden. Auch bei höhergradigen, komplexen Vitien ist ein absolutes Sportverbot nur selten erforderlich.


Angeborene Herzfehler werden fast immer operativ korrigiert, so dass sich hier eher die Frage der sportlichen Belastbarkeit nach Korrektur eines Herzfehlers stellt.


Dabei bleibt zu berücksichtigen, das die Herzfunktion nur bei leichteren Vitien erfolgter Operation der von Gesunden entspricht. Durch Vernarbungen, Restenosen oder Reinsuffizienzen sowie Restshunts besteht häufig auch nach Operationen eine Funktionseinschränkung, die sich insbesondere bei stärkerer Belastungen (Sport) bemerkbar machen kann.
Ähnliches gilt für erworbene Herzfehler. Auch hier besteht nach erfolgtem Klappenersatz häufig eine Funktionseinschränkung des Herzens, die zu einer verminderten Belastbarkeit führen kann, da die künstliche Klappe gegenüber einer gesunden Herzklappe keinen absolut gleichwertigen Ersatz darstellt.
Bei der Beurteilung der Sporttauglichkeit sollte berücksichtigt werden, dass Fehler die zu Druckbelastung für das Herzen führen (z.B. Klappenstenosen) ungünstiger sind und die Leistungsfähigkeit stärker einschränken als Fehler, die zu Volumenbelastung führen (z.B. Klappeninsuffizienzen).


Grundsätzlich sollte die Sporttauglichkeit aber immer nur individuell unter Berücksichtigung aller Begleitumstände (z.B. Ausprägungsgrad, Begleiterkrankungen, Compliance) entschieden werden.