spomedial - Sportmedizin interaktiv lernen


Angeborene Herzfehler

Angeborene Herzfehler (kongenitale Vitien) sind eine der häufigsten angeborenen Missbildungen. Von 1000 lebend geborenen Kindern haben etwa 8-10 (ca. 1%) einen angeborenen Herzfehler.

Durch Fortschritte in der Diagnostik und Therapie werden diese Missbildungen meist schon in frühem Kindesalter diagnostiziert und in den meisten Fällen operativ korrigiert. Etwa die Hälfte der Patienten bzw. patientinnen würde ohne operative Versorgung bereits im Kindesalter sterben. Von den operierten Patienten haben ca. 80% eine normale oder zumindest wesentlich verbesserte Lebensqualität und Lebenserwartung.


Herzfehler können zu einer Veränderungen der Hämodynamik führen. Die Pumpfunktion kann beeinträchtigt sein, der Körper wird zum Teil nur bei Belastung zum Teil auch in Ruhe ungenügend mit Sauerstoff versorgt.


Eine geringere Sauerstoffsättigung des Blutes wird durch eine Zyanose von Haut und Schleimhäuten sichtbar (nicht mit Sauerstoff gesättigtes Hämoglobin ist blau).

ZyanoseZoom (20KB)

Zyanose

Bei einer peripheren Zyanose kommt es im Körper zu einer vermehrten Sauerstoffausschöpfung durch einen verminderten Blutfluss (z.B. bei Abnahme des Herzzeitvolumens) oder durch eine periphere Gefäßverengung (z.B. bei Kälte).

Bei der zentralen Zyanose kommt zu einer verminderten Sauerstoffsättigung des arteriellen Blutes (z.B. bei Lungenerkrankungen, bei Rechts-Links-Shunt-Herzfehlern).

Physiologisch fließt das sauerstoffarme Blut aus dem Körperkreislauf in den rechten Vorhof, von dort gelangt es durch die Trikuspidalklappe in die rechte Kammer und wird dann nach Passierung der Pulmonalklappe in die Pulmonalarterie und den Lungenkreislauf gepumpt.

Dort wird das Blut mit Sauerstoff angereichert. Das sauerstoffreiche Blut fließt in den linken Vorhof, es gelangt dann nach Fluss durch die Mitralklappe in die linke Kammer und wird durch die Aortenklappe in den Körperkreislauf gepumpt. Rechtes und linkes Herz wirken als hintereinander geschaltete Pumpen für den großen Körper- und kleinen Lungenkreislauf. Die zur Beförderung des Blutes vom Herzen aufgebauten Drücke sind in den beiden Kreisläufen unterschiedlich hoch. Im Lungenkreislauf liegt der Mitteldruck bei 15 mmHg, im Körperkreislauf bei 100 mmHg.

Wichtig für das Verständnis angeborener Herzfehler sind die physiologischen Blutflussverhältnisse in der Fetalperiode. Das Blut des Feten wird nicht in der Lunge mit Sauerstoff angereichert, sondern in der Plazenta, so dass der Lungenkreislauf in dieser Phase noch umgangen wird.