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Dopinganalytik - Überblick

Zur Überprüfung eines Dopingverstoßes müssen Athletinnen, Athleten eine Dopingkotrolle durchlaufen. Nach Reglement des jeweiligen Verbandes werden diese zur Kontrolle aufgerufen. Bei der Kontrolle wird der Sportlerin, dem Sportler Urin abgenommen und auf 2 Behälter verteilt. Man spricht dabei von A- und B-Probe. Die Proben werden in das Labor transportiert wo der eigentliche analytische Nachweis durchgeführt wird.

Kommt es zu einem positiven Befund der A-Probe, wird der verantwortliche Verband benachrichtigt, der daraufhin einen Termin zur B-Probe mit Labor und Athletin/Athlet oder einem Gutachter vereinbart.

Nach erneuter Bestätigung des Ergebnisses durch die B-Probe kann der Verband Sanktionen verhängen.

In der obenstehenden Grafik ist ein Überblick über die Probenvorbereitung der Analytik zu sehen.

Die Analytik vollzieht sich in verschiedenen Schritten. Der erste wird als Probenvorbereitung bezeichnet, wobei die jeweiligen Wirkstoffe oder deren Metaboliten aus dem Urin isoliert werden. Im Anschluß kann eine Derivatisierung erfolgen. Erst daran schließt sich die eigentliche Analyse an. Diese besteht aus einem chromatographischen Trenn- und einem anschließenden Detektionssystem.

Weiterhin kann man zwischen einer Screening und einer Identifizierungs-Methode unterscheiden. Bei der Screening-Methode ist es im Idealfall möglich mit wenig Aufwand alle Substanzen zu erfassen und dabei gleichzeitig empfindlich, schnell und kostengünstig zu arbeiten. Die Empfindlichkeit der Geräte verlangt für unterschiedliche Substanzgruppen auch unterschiedliche Methoden, die zur Anwendung kommen. Als Beispiel sei das Screening auf anabole Wirkstoffe genannt, bei diesen wird mit extrem empfindlicher und kostenintensiver Technik, der HRMS (hochauflösenden Massenspektrometrie) gearbeitet.

Bei der Identifizierungsmethode handelt es sich um eine sich anschließende erneute Isolierung und damit einer eindeutigen Identifizierung eines Wirkstoffes. Hierbei kann ein substanzspezifisches Isolierungsverfahren zur weiteren Reduzierung der biologishen Matrix und ein eindeutiges physikalisches Messprinzip eingesetzt werden. Diese eindeutige Identifizierung erfolgt derzeitig hauptsächlich mit Hilfe einer Kombination von Gaschromatographie und Massenspektrometrie (GC/MS). Analog kann eine flüssigkeitschromatographische Trennung mit darauf folgender massenspektrometrischer Bestimmung erfolgen. Auch eine Identifizierung mit Hilfe von Enzym-Immuno-Assays, die auf verschiedene Antikörper zurückgreifen, kann hier als Analysemethode genannt werden.