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Anabole Wirkstoffe - Nebenwirkungen

Bei Anabolika handelt es sich um Hormone, das sollte man sich stets vergegenwärtigen. Hormone regeln zentrale Abläufe im Körper und sind sehr potent. Ein Missbrauch führt zu einer Störung in diesem Regelkreis und kann schwerwiegende Veränderungen, die teilweise irreversibel sind, zur Folge haben.

In der Regel sind Sportler/innen betroffen, die über längere Zeiträume hohe Dosen an verschiedenen Anabolike appliziert haben. Publiziert wurden vergleichende Untersuchungen von Bodybuildern, die Anabolika einnahmen und Bodybuildern, die keine einnahmen.

Allgemeine Nebenwirkungen

Androgene und Anabolika wirken auf die Talgdrüsen der Haut, dies beeinflusst deren Entwicklung und Aktivität. Es kommt zur Ausbildung von Akne. Einer verringerte Ausscheidung von Natrium führt zur Einlagerung von
 Wasser in das Gewebe und hat eine Gewichtszunahme zur Folge.

Unter Anabolika kommt es zu einer Veränderung der Konzentrationen von Fetteiweißen. Der LDL/HDL-Quotient erhöht sich, HDL (high desity lipoprotein) sinkt, während das LDL (low desity lipoprotein) steigt. Dies wird gemeinhin als Risikofaktor zur Ausbildung einer Arteriosklerose oder gar des Herzinfarktes angesehen. Einige Studien beschreiben Veränderungen von Faktoren zur Blutgerinnung, des Gefäßsystems und Schädigungen an der Herzmuskelzelle im Vergleich zu Nicht-Anabolika-Nutzern. In Tierversuchen konnten deutliche Veränderungen am Herzmuskel nachgewiesen werden. So kam es zur Hypertrophie der Herzmuskelzelle ohne jedoch zu einer Verbesserung der Kapillarisierung und damit einer vermehrten Sauerstoffaufnahme zu führen. Bei einer sportlichen Höchstleistung würde dem Herzmuskel somit nicht genug Sauerstoff zugeführt und es kann zu Schäden kommen.
 Bei längerer Einnahme von Anabolika kann es zu irreversiblen Leberschäden kommen. 17-methylierte Steroide, wie z.B. Methyltestosteron oder Stanozolol wirken dabei toxischer auf Leberzellen als nichtmethylierte Steroide, wie z.B. Testosteron.

Virilisierungseffekte bei Frauen

Virilisierung oder auch Vermännlichung wird bei Frauen beobachtet. Es kommt zur Vertiefung der Stimme (irreversibel), einem männlichen Behaarungsmuster, Störungen des Menstruationszyklus bis hin zur Klitorishypertrophie (irreversibel).

Gynäkomastie beim Mann

Unnatürliche Vergößerung der Brust beim Mann. Man geht davon aus, dass aromatisierbare Anabolika im Stoffwechsel zu Estrogenen matabolisiert werden und diese Veränderunge hervorrufen.

Beeinflussung des Längenwachstums bei Jugendlichen

Durch den vorzeitigen Verschluss der Epiphysenfugen (Wachstumsfugen) bei Anabolikamissbrauch kommt es während der Wachstumsphase zu einer Beeinflussung des Längenwachstums.

Schwarzmarktpräparate

Durch den meist illegalen Vertrieb und Beschaffung von Anabolika über den sog. Schwarzmarkt, kann es zu Beschaffungskriminalität kommen. Strukturen ähnlich wie beim harten Drogenkonsum wie z.B. Heroin. Bei Verwendung von nicht sterilen Spritzen besteht zudem die Gefahr einer Infektion mit Hepatitis oder AIDS.

Polyemdikation

Meist werden mehrere Anabolika gleichzeitig eingenommen oder mit verschiedenen anderen Substanzen kombiniert. Dabei kommt es zu einer Polymedikation, deren Nebenwirkungen nicht bekannt sind.

Es hat sich in Studien gezeigt, dass die Sterblichkeit auf das 4-5 fache ansteigen kann unter Einnnahme von Anabolika.

Nebenwirkungen β2-Agonisten

Nebenwirkungen durch β2-Agonisten treten am Herzen auf, wenn in hohen Dosen appliziert wird. Typisch sind Zunahme der Herzschlagfrequenz (Tachykardie), Angina Pectroris (Koronare Herzkrankheit) und Arhythmien am Herzen. Die am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen sind Tremor der Muskulatur, Hyperglykämie (Erhöhung der Glucosewerte) durch verstärkten Glycogenabbau in der Leber und eine Erniedrigung des Kaliumspiegels im Blut. Dies kann zu Muskelschwäche und Störungen der Herztätigkeit führen.