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Modelle zur Gesundheitsförderung

Ein Problem - viele Lösungen?

Strategien zur Gesundheitserhaltung bzw. -förderung basieren auf Modellvorstellungen von Gesundheit und den daraus resultierenden Einflussmöglichkeiten. Es existieren eine Reihe von Modellen, die nicht alle unterschiedlich sind, sie stellen z.T. lediglich Erweiterungen bereits vorhandener Modelle dar. Nachstehend soll auf die folgende Modelle eingegangen werden:

  • Laienmodell
  • biomedizinisches Modell
  • salutogenetisches Modell
  • Anforderungs-Ressourcen-Modell.

Der Laie als Experte in Sachen Gesundheit - das Laienmodell

Das Laienmodell geht von den individuellen Vorstellungen von Gesundheit und Krankheit und deren Ursachen und Zusammenhänge aus. Als zentrale Krankheitsursache wird im allgemeinen die Stressbelastung gesehen. Neben der physischen und physiologischen Komponente finden die psychischen Auswirkungen besondere Beachtung. Maßnahmen zur Bewältigung orientieren sich an dem individuellen Ursachenmodell und sind somit stark auf die Lebensumstände und Bedürfnisse des einzelnen abgestimmt. Hierdurch ist eine hohe Compliance im Rahmen dieses Gesundheitsförderungsmodells zu erwarten (11).

Das Biomedizinisches Modell - Analyse und Bekämpfung von Risikofaktoren

Das biomedizinische Modell basiert auf der Diagnose des spezifischen Gesundheits- bzw. Erkrankungszustandes sowie auf der Analyse dessen Ursachen. Gesundheitsförderung zielt hier auf das Ausklammern bzw. Abschwächen von Risikofaktoren einer Krankheit, um so das Auftreten möglichst zu verhindern.

Maßnahmen können sein:

  • medikamentöse Therapie
  • Änderung des Lebensstils
  • Schutzimpfung
  • Hygiene
  • Arbeitsschutz.

Die Handlungsanweisungen konkretisieren sich über wiegend in Verboten und Geboten. Psychosoziale Zusammenhänge finden in diesem Modell keine oder nur geringe Berücksichtigung (11)

Schutz- statt Risikofaktoren - das Salutogenese-Modell

Ausgehend von einem individuellen Gesundheits-Krankheits-Kontinuum sollen mögliche Risikofaktoren über Akzentuierung von Schutzfaktoren gehemmt und abgeschwächt werden.

  
Fig: Modell Salutogenese nach Antonovsky (mod. nach (19))


Antonovsky spricht in diesem Zusammenhang von Stressbewältigung durch Coping-Strategien. Hiermit sind individuelle Vorgehensweisen gemeint, die

  • einwirkende Reize erklären können (Verstehbarkeit).
  • entsprechende Bewältigungsstrategien entwerfen können (Bewältigbarkeit).
  • deren Wert anerkennen können (Sinnhaftigkeit) (11).

Die Mischung machts - das Anforderungs-Ressourcen-Modell

Externe und interne Anforderungen und Ressourcen bilden den Ausgangspunkt für das Anforderungs-Ressourcen-Modell. Unter Anforderungen werden die von außen und innen einwirkenden Stressoren verstanden. Das sind einerseits klassische Risikofaktoren, andererseits aber auch Faktoren, die nicht unbedingt eine gesundheitsbeeinträchtigende Wirkung haben. Entscheidend ist, inwiefern externe und interne Ressourcen zur Bewältigung der Anforderungen bereitstehen, und wie externe und interne Anforderungen modifiziert werden können, um negative Auswirkungen auf die Gesundheit zu vermeiden (11).

  

Gesundheitsförderung durch körperliche Aktivität hat in allen Modellen seinen Platz

Körperliche Aktivität kann als Maßnahme in alle vorgestellten Modellen integriert werden. Sie kann dabei die folgenden Funktionen übernehmen:

  • Individuelle Strategie zur Gesundheitsförderung
  • Verhinderung und / oder Abschwächung von Risikofaktoren
  • Wirkung als Schutzfaktor
  • Aufbau von internen Ressourcen (physische und psychische Fitness)