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Auswirkungen von Alkohol und Rauchen auf Gesundheit und Wohlbefinden

Alkohol und Rauchen - nur Nachteile?

Übermäßiger Zigaretten- und Alkoholkonsum erhöhen das Risiko des Auftretens von 300 bzw. 180 Krankheiten.

  • 19.7 % der Sterbefälle an bösartigen Neubildungen sind auf Zigaretten, 0.2 % auf Alkohol zurückführen (67, 68).
  • Krankheitsbilder, die mit einem erhöhtem Alkoholkonsum einhergehen können, sind Fettleber, Leberzirrhose , Alkoholhepatitis , Entzündungen des Magen-Darm-Trakts, Kleinhirnrindenathrophie u.a..

Während Rauchen immer negativ ist, wird ein mäßiger Alkoholkonsum - und hier in erster Linie Rotwein - zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sogar empfohlen.

Die Auswirkungen von Zigaretten- und Alkoholkonsum auf die Gesundheit sollen im Folgenden verdeutlicht werden.

Schutzmechanismus des Alkohols - kein Freifahrschein

Die protektive Wirkung des Alkohols in Bezug auf das Entstehen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung konnte in verschiedenen Studien nachgewiesen werden. So wird die deutlich geringere koronare Mortalität in Frankreich mit dem erhöhten Rotweingenuss der Franzosen in Verbindung gebracht ("Französisches Paradoxon") (34). Flesch et al. (1998) zeigten einen quasi linearen Abfall des relativen Risikos einer koronaren Herzkrankheit mit steigender Alkoholmenge (48).

Der schützende Effekt des Alkohols wird seiner antioxidativen , anti-thrombotischen und vasodilatorischen Wirkung auf das Gefäßsystem zugeschrieben. Relativiert werden diese Ergebnisse bei einem Blick auf das Risiko eines ischämischen Schlaganfalls , hier zeigt nur ein mäßiger Alkoholgenuss positive Effekte. Ähnlich verhält es sich mit der Gesamtmortalität (51, 52).

Selbst bei geringen Alkoholmengen steigt das relative Risiko einer
 Krebserkrankung. Der positive Effekt, der sich in Bezug auf die koronaren Herzkrankheiten bemerkbar macht, scheint bei steigender Alkoholmenge gegenüber den negativen Effekten in den Hintergrund zu treten (55).

  
Fig: Alkoholkonsum und relatives Mortalitätsrisiko (55)


Rauchen macht schlank und krank

Rauchen ist assoziiert mit einer allgemein ungesunden Lebensweise.

Raucher und Raucherinnen (79)

  • sind eher inaktiv.
  • ernähren sich ungesund.

Ein Einfluss auf das Gewicht ist durch das Rauchen jedoch nicht erkennbar.

Dieser ungesunde Lebensstil unterstützt das durch das Rauchen vorhandene Risiko nochmals und erhöht so weiter die Inzidenz verschiedener Erkrankungen.

  
Fig: Relatives Risiko verschiedener Erkrankungen bei Rauchern und Raucherinnen (64)


Schon das Rauchen von weniger als 5 Zigaretten pro Tag erhöht das Risiko einer Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems und Krebserkrankungen der Lunge. Bei einer Dosis von über 5 Zigaretten steigt das Risiko exponentiell mit der Rauchdosis (64).

Rauchen beeinträchtigt auch den Bewegungsapparat

Ein erhöhtes Risiko für rheumatische Erkrankungen bei Raucherinnen konnten Criswell et al. (2002) nachweisen. Entscheidend war die Dauer und Intensität des Rauchens.

Im Vergleich zu Nichtraucherinnen (35):

  • haben Raucherinnen ein doppelt so hohes Risiko.
  • waren Ex-Raucherinnen (Abbruch vor weniger als 10 Jahren) um das 1,8 fache mehr gefährdet.
  • ließen Ex-Raucherinenn (Abbruch vor mehr als 10 Jahren) kein zusätzliches Risiko erkennen.

Auch Passivrauchen ist ein Risiko

Bezüglich Lungenkrebs und andere Krebsarten sind nicht nur aktive Raucher und Raucherinnen gefährdet. Beispielsweise haben passive Raucherinnen ein mehr als doppelt so hohes Risiko an Brustkrebs zu erkranken als jene, die keinem Rauch ausgesetzt sind. Bei starker Exposition steigt der Faktor sogar auf 2.9.

Das Risiko aktiver Raucherinnen liegt im Vergleich zu den passiven Raucherinnen nochmals um das 2.3-fach höher (69).