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SCUBA Nitrox

Neben dem Sporttauchen mit "Luft" (SCUBA-Druckluft) als Atemgas bietet das Tauchen mit Mischgasen eine Alternative. Mischgase definieren sich durch eine andere Zusammensetzung als atmosphärische Luft, sie bestehen hauptsächlich aus Anteilen von Sauerstoff (O2), Stickstoff (N2) und Helium (He).

Grundlegend für den Umgang mit allen Atemgasen ist die Erkenntnis, dass für den Menschen Stickstoffpartialdrücke von (pN2) über ca. 3,2 bar bzw. einer Tauchtiefe von über 30 m aufgrund narkotischer Risiken (Tiefenrausch) und Sauerstoffpartialdrücke (pO2) über ca. 1,6 bar wegen der toxischen Wirkung für das Zentrale Nervensystem (ZNS) gefährlich sind. Beim Tauchen mit Druckluft werden diese Grenzen nach dem Gesetz von Dalton erst bei Tauchtiefen ab 40 m für N2 bzw. 66 m für O2 erreicht. Dagegen muss dem Sporttaucher mindestens ein pO2 von 0,16 bar zur Verfügung stehen, da ansonsten Symptome von Sauerstoffmangel auftreten können (Hypoxie). Dies entspricht dem pO2 in ca. 2200 m Höhe.

In der Praxis werden hauptsächlich Mischgase mit O2-angereichertem Anteil gegenüber Luft genutzt, dem so genannten Nitrox. Der Begriff setzt sich dabei aus den englischen Namen der Gasanteile zusammen, dem N2 (engl. Nitrogen) und dem O2 (engl. Oxygen). In der Tabelle sind die gebräuchlichsten Nitrox-Gemische aufgeführt.

Genau betrachtet wird ein Teil des N2 durch O2 gegenüber des konventionellen Atemgases "Luft" ersetzt. Die Folge ist, dass die N2-Aufnahme in einer bestimmten Tiefe im Vergleich zur Luft also reduziert ist und somit die Dekompression optimiert werden kann.


Dadurch können einerseits die Dekompressionszeiten reduziert oder die Nullzeiten verlängert werden. Allerdings muss ebenfalls beachtet werden, dass aufgrund der O2-Toxizität nur geringere Tauchtiefen erreicht werden können.


Nitroxgemische

Gemisch

Anteile O2 / N2 im Gemisch [%]

Maximale Tauchtiefe

Nitrox 0

29 / 71

45 m

NOAA I

32 / 68

40 m

Nitrox D

32,5 / 67,5

39 m

NOAA II

34 / 64

34 m

Nitrox C

40 / 60

30 m

Safe Air

50 / 50

22 m

Nitrox B

60 / 40

16 m

Bei Tauchgängen in großen Tiefen und von langer Dauer wird z.B. auf Helium als Füllgas zurückgegriffen. Hier wird die Atemgasmischung aus N2, O2 und He so gewählt, dass der kritische pN2 und pO2 nicht überschritten wird. Helium hat den Vorteil (He), dass es eine geringe Löslichkeit in den fettreichen Strukturen des ZNS besitzt und damit eine geringere Narkosefähigkeit aufweist.

Zur Erreichung größerer Tiefen muss zur Vermeidung des Tiefenrausches der Stickstoff durch ein nicht narkotisches Inertgas ersetzt werden (z.B. Helium).